Freitag, 17. Juli 2015

Ranpo Kitan - Episode 03 [Review]



Eigentlich hatte ich gar nicht vor, weiterhin über diesen Anime zu schreiben. Da mir die letzte Folge allerdings so gut gefallen hat, mache ich es jetzt doch. Wer auf der Suche nach einem verrückten Anime mit originellem und spannenden Plot ist, sollte mal einen Blick riskieren.

Achtung, Spoiler! Lesen auf eigene Gefahr!


Ranpo Kitan: Game of Laplace - Episode 03


Ranpo Kitan ist definitiv ein sehr kranker Anime, aber was man an Story geboten bekommt ist gleichzeitig sehr intelligent und individuell. Mit dem Abschluss des letzten Falles starten wir nun in einen komplett neuen, der allerdings innerhalb der Folge auch schon wieder abgeschlossen wird.

Folge 3 beginnt mit einer sehr ungewöhnlichen Ausgangssituation. Ein Mädchen, das einem hungrigen Mann mit einer Papiertüte über dem Kopf etwas zu Essen reicht, der allein auf einer Parkbank im Scheinwerferlicht sitzt. Visuell war dies sehr gut inszeniert und hat mich wirklich begeistert, denn ich wurde direkt neugierig auf die Handlung. Was diese Szene zu bedeuten hat, erfährt man allerdings erst viel später.


Der Detektiv Akechi bekommt einen neuen Fall angeboten, bei dem kleine Mädchen verschleppt werden. Hauptverdächtiger ist der sogenannte Schattenmann, ein Typ, der sein Gesicht mit einer Papiertüte verdeckt und angeblich Gefallen an kleinen Mädchen hat. Obwohl Kobayashi sofort Feuer und Flamme ist, lehnt Akechi den Job jedoch ab, woraufhin Kobayashi beschließt, ihn einfach selbst zu übernehmen. Hashiba, der ihm dabei helfen soll, ist davon nur wenig begeistert. Als sie mit den Ermittlungen beginnen wollen, treffen sie draußen plötzlich auf Akechi, der behauptet, es sich anders überlegt zu haben. Kobayashi enttarnt ihn jedoch als den Schattenmann, der das Gesicht und die Stimme einer jeden Person annehmen kann. Es kommt zu einer Unterhaltung zwischen den beiden und der Mann mit der Papiertüte versucht ihm klarzumachen, dass er mit den Entführungen nichts zu tun hat und selbst auf der Suche nach einem Mädchen namens Sachiko ist. Er bittet Kobayashi um Hilfe, der natürlich entgegegen Hashibas Protesten sofort einwilligt und verkleidet als Mädchen den Lockvogel spielt (dazu muss ich sagen, dass er auch ohne Kleid aussieht wie ein Mädchen und ruhig eins hätte sein können, um der ganzen Sache ein bisschen die Awkwardness zu nehmen...).


Der Plan funktioniert und wenig später erwacht der Junge in einer kleinen, pink ausgeleuchteten Zelle. Ein gruseliger Mann, dessen Mutter sich nicht traut ihn aufzuhalten, hält hier mehrere kleine Mädchen fest, die er seine Töchter nennt. Auf Kobayashis Frage hin, ob sie nicht versuchen sollten zu fliehen, reagieren sie jedoch ängstlich und antworten, dass sie bleiben wollen. Kurz darauf taucht auch der Schattenmann, getarnt als Mutter des Entführers, auf, um nach dem Mädchen zu suchen, dass wir bereits aus der Anfangsszene kennen.


ACHTUNG! AB HIER RIESEN SPOILER!

Sachiko, wie das Mädchen heißt, litt schon von kleinauf an einer Krankheit und wartete deshalb im Krankenhaus darauf, endlich operiert werden zu können. Gesellschaft bekam sie nur durch einen alten Mann aus dem Zimmer nebenan und durch eine freundliche Krankenschwester, die das Mädchen stets tröstete. Eines Tages kam ihr Vater herein, mit der guten Nachricht, die OP durch die Spende eines netten Mannes endlich finanzieren zu können.

Als Sachiko schließlich gesund aus dem Krankenhaus entlassen wurde, traf sie draußen im Schnee auf den Schattenmann, der dort auf seiner Bank saß und seit Tagen nichts gegessen hatte. Nachdem er ihr für das Essen gedankt hatte, entgegnete Sachiko jedoch, dass vielmehr sie sich bei ihm bedanken müsse, denn sie hatte die Maskerade des Schattenmannes erkannt, der sie nicht nur als alter Mann und Krankenschwester besucht hatte, sondern sich auch hinter der Geldspende verbarg. Die Geschichte von dem kleinen Mädchen und dem Mann fand ich einfach unglaublich ergreifend, denn sie wird wirklich gut erzählt.


Als der Schattenmann sich im Versteck des Entführers umschaut, fehlt von Sachiko jede Spur, woraufhin er die anderen Mädchen nach ihr fragt. Schließlich findet er sie, einbetoniert in eine Mauer, in der sich alle Mädchen befinden, die einen Fluchtversuch gewagt haben und nicht die "Töchter" des Kidnappers sein wollten. Dieser Moment, in dem man förmlich spüren kann, wie dem Schattenmann das Herz bricht, war die für mich bisher eindrucksvollste Szene, weil sie einfach perfekt war. Ich fand das alles einfach unglaublich traurig, sodass mir fast die Tränen gekommen sind. Dazu war sie noch so schön und emotional erzählt und ich hätte mir ein Happy End für Sachiko gewünscht. Der Schattenmann, dem dieses Mädchen sehr viel bedeutet hat und nur das Beste für sie wollte, kann einem wirklich leid tun.

Am Ende verschwindet er zwar in der Menge, allerdings entdeckt Kobayashi einen Schatten, der eine Träne vergießt, und schaut ihm nach. Auch hier sind die Schatten wieder ein cleveres Mittel, denn obwohl der Schattenmann in Großaufnahme gezeigt wird, kennt man sein wahres Gesicht bis zum Schluss nicht. Ich fände es echt super, wenn der Mann mit der Tüte auf dem Kopf irgendwann im Laufe der Serie noch einmal auftauchen würde.


Insgesamt haben wir hiermit bisher die beste Folge der Serie. Die bizarre Atmosphäre von Ranpo Kitan: Game of Laplace ist bestimmt nichts für schwache Nerven, aber mich unterhält diese Art Serie bis jetzt ziemlich gut. Ich frage mich ja, ob es nach den Fällen mit den Stühlen und den Betonwänden auch weiterhin um Mörder gehen wird, die die Körper ihrer Opfer auf irgendeine Art und Weise wiederverwenden... Das Ganze erinnert mich außerdem sehr an die erste Staffel von Psycho-Pass, da dort jemand seine Opfer zu Kunstwerken macht. Eine ziemlich gruselige und verstörende Vorstellung ist das. o.O


Gepostet von Lena

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