Samstag, 31. Oktober 2015

Claras Reisetagebuch #2 - Oktober & ein paar kurze Rezis


Hey,

ja, ich melde mich auch mal wieder (^^’). Ich mache dann mal weiter mit dieser süßen Rubrik und quatsche einfach mal ein bisschen mit euch.

Ich habe im letzten Post ja geschrieben, dass ich mich wieder ans Lesen gemacht habe. Und das war auch (für meine Verhältnisse) recht erfolgreich: Ich habe Bird Box von Josh Malerman und Candide von Voltaire gelesen und bin gerade bei Moriarty - Sherlock Holmes is dead and darkness falls von Anthony Horowitz (was für ein toller Name!!). Also der Reihe nach...
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Ich muss sagen, ich war und bin genauso begeistert von Bird Box wie Lena (hier ihre Rezension). Das Buch hat mich in seinen Bann gezogen und ich habe es förmlich verschlungen. Es war ein sehr guter ‚Wiedereinstieg’ ins Lesen. Ich werde hier nicht noch einmal den Inhalt wiederholen, das hat Lena schon hinreichend gemacht.

Zum Cover: Ich habe mir die Taschenbuchversion von HarperCollinsPublishers von der Bibliothek ausgeliehen. Mir hat das sehr einfache, schwarz-weiß gehaltene Design und besonders die aufgedruckte, verkratzte" Optik sehr gut gefallen, da es wunderbar zu der Thematik und dem Schreibstil passt sowie dem Mangel an Farben in Malories Welt.

Der Inhalt: Ich fand Malermans Idee, dass einem die eigenen Sinne zum Verhängnis werden, verbunden mit der allgegenwärtigen Gefahr sowie der Ohnmacht der Menschen einfach nur fesselnd. Es ist, wie ich finde, eine sehr frische Art des Horrors und bietet trotz oder vor allem wegen der teilweise sehr unkonkreten Informationen über die Gesamtsituation und natürlich über die Kreaturen" wunderbar die Möglichkeit der eigenen Fantasie freien Lauf zu lassen. Ich konnte es während der ganzen Lesezeit und noch lange danach nicht lassen, mir vorzustellen, wie diese Wesen, die einen durch ihren puren Anblick in den Wahnsinn treiben, aussehen könnten.

Der Schreibstil: Ich hab das Buch (so wie alle folgenden) auf Englisch, in der Originalfassung gelesen und muss sagen, dass ich den Schreibstil am Anfang etwas plump fand. Das hat sich aber nach einiger Zeit gelegt und die anfängliche Nüchternheit passte immer besser zu der Situation. Auch die parallele Erzählweise mit den Erzählsträngen der Vergangenheit und der Gegenwart hat das ganze um einiges Aufregender gemacht und dem Leser gezielt nur so viele Informationen gegeben, um das ganze zum zerreißen Spannend zu machen. Auch die immer hysterischere und schnellere Wiedergabe von Malories Gefühlen und Gedanken hat dazu beigetragen, dass man merkt wie Malories Psyche immer labiler wird und man sich als Leser immer unruhiger fühlt.

Fazit: Mit Bird Box als seinem Debütroman ist es Josh Malerman gelungen, einen sehr guten Thriller zu schreiben, der einen nicht nur zum Nachdenken anregt, sondern einen auch noch lange nach dem Lesen in seinem Bann hält. Ich kann den Roman wärmstens jedem empfehlen, der sich gerne ein bisschen gruselt und es vor allem aufregend mag, dabei aber nicht auf die Tiefen der menschlichen Psyche verzichten möchte! Ich habe einen Großteil des Romans in einem menschenleeren Wohnheim gelesen und muss zugeben, dass ich bei jedem Geräusch zusammengezuckt bin und nach dem Lesen mehrere Male (vergeblich) versucht habe, mit geschlossenen Augen aufzuwachen.

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VOLTAIREs Candide ist das komplette Gegenteil. Es handelt sich dabei um eine Satire von 1761, was zu Anfang zwar ein bisschen abschreckend klingen mag, aber mir hat es sehr gut gefallen. Der aus dem Französischen übersetzte Roman hat einen sehr leichten Humor und man merkt schnell, dass der Autor seine Charaktere und dessen Erlebnisse nicht komplett ernst nimmt, aber trotzdem seine Botschaft gut vermitteln kann.

Zum Design: Ich hatte die, auch von der Shanghaier Bibliothek ausgeliehene, Hardcoverversion des Romans vom Collins Verlag aus der ‚Penguin Drop Caps’ Reihe. Mit dieser Reihe wollten Collins und Jessica Hische die Drop Caps" (erster Buchstabe eines Kapitels größer hervorgehoben) ehren und haben 26 Klassiker aus allen Epochen zusammen gestellt und mit diesen wirklich schönen Covers versehen.

Klappentext: Aufgewachsen in dem Haushalt eines Deutschen Barons, ist Candide, ein offener junger Mann, von seinem Lehrer, Pangloss, in dem Glauben erzogen worden, dass alles dem Besten dient". Als aber Candides Liebe zu der Barons Tochter entdeckt wird, setzt man ihn vor die Tür, um sein eigenes Glück zu finden. Während er mit den verschiedensten Begleitern die Welt bereist, suchen ihn eine Reihe furchtbarer Katastrophen heim - Erdbeben, Syphilis, eine Begegnung mit der Inquisition, Mord die den Optimismus des jungen Helden auf eine harte Probe stellen. Mit CANDIDE stellt VOLTAIRE die philosophischen Sichtweisen seiner Zeit auf sehr waghalsige Art und Weise in Frage, womit er eine der großartigsten Satiren des 18. Jahrhunderts schafft.

Candide said to himself: ’If this is the best of all possible worlds, what must the others be like?’"

Der Schreibstil: Durch den schon erwähnten leichten Humor und das relativ schnelle Tempo der Erzählung, mit der mehrere Jahre überbrückt werden, wird das Lesen von diesem Roman sehr angenehm. Es war für mich eine schöne Abwechslung, dass der Autor mit seiner Erzählweise, zwar auf sehr humorvolle Weise die philosophischen Prinzipien seiner Zeit in Frage stellt, es aber trotzdem schafft, dass die Thematik immer noch erschreckend aktuell ist. Mir hat auch sehr das altmodische, sehr hoch gestochene English gefallen, aber dass ist natürlich Geschmackssache.

Fazit: Dieser Roman ist nicht für Jedermann was. Wer Spannung und eine sehr komplexe Handlung sucht ist hier auf jeden Fall verkehrt, aber wer sich für Satiren interessiert und sich nicht von der altmodischen Schreibweise abschrecken lässt, hat mit Candide auf jeden Fall einen, mit philosophischen Fragen gespickten und den Menschlichen Intellekt in Frage stellenden Roman für sich gefunden. Mir hat das Lesen viel spaß gemacht und nur wiederholt gezeigt, dass man Klassiker, wenn man sie außerhalb der Schule ungezwungen liest, sehr genießen kann.

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Wie gesagt lese ich momentan Moriarty - Sherlock Holmes is dead and darkness falls von Anthony Horowitz, aber dazu gibt es dann im nächsten Post mehr.

Außerdem habe ich in den letzten Wochen mehrere neue Serien geguckt. Ich habe fünf Staffeln Teenwolf, zwei Staffeln Orange is the new Black geguckt und mit der ersten Staffel Penny Dreadful angefangen. Alle sind sehr empfehlenswert und komplett andere Genres, also für jeden was dabei ;).

Was Shanghai angeht, es ist immer noch toll hier! Ich liebe diese hektische Stadt immer mehr und entdecke fast jeden Tag einen neuen tollen Ort! Ich vermisse Deutschland zwar, aber ich glaube, dass ich nächstes Jahr ziemlichen Trennungsschmerz haben werde! (Ich verliebe mich immer in die falschen Dinge!^^)



Ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende und melde mich bald wieder (dann gibt’s auch wieder ein bisschen mehr über China :D), bis dahin!

Küsschen, Clara <3

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