Donnerstag, 21. Januar 2016

Welche Maske darf es sein, Miss? - Kurzgeschichte Teil 3


Hey,
hier kommt auch schon der dritte Teil meiner Kurzgeschichte. Ich hoffe, sehr es gefällt euch bis jetzt. Wie immer freue ich mich natürlich sehr über Komentare :D

Hier geht es zu den ersten beiden Teilen der Kurzgeschichte. Viel Spaß beim Lesen!

Küsschen, Clara 


-3-

Wir waren beide vor die Ladentür getreten und verabschiedeten uns kurz angebunden. Er drehte sich schnell um, und lief in die Richtung, die ich ihm vorher beschrieben hatte. Ich schaute ihm nach. Komischer Kerl. Er hatte eine Hand in seine Hosentasche gesteckt und mit der anderen kratzte er sich am Hinterkopf. Mit seiner schlaksigen Statur und den rotblonden Haaren hatte er ein wenig etwas von einem Streichholz. 
Nach ca 100 Metern blieb er abrupt stehen und drehte sich zu mir um. Er schaute mich einige Sekunden lang an und joggte dann zurück. 
Ein wenig außer Atem stammelte er: „Ehhm, ich hab für die Zeit, die ich hier verbringen werde, eine deutsche Simcard. Vielleicht, natürlich nur wenn du möchtest, kannst du mir ja deine Nummer geben. Du bist die einzige Person, die ich in meinem Alter hier kenne, meine Verwandten bestehen nur aus alten Leuten. Und du scheinst die Stadt gut zu kennen. Also vielleicht, wenn du Zeit hast, können wir uns ja mal treffen, oder so. Wenn du magst.“ 
Er hatte die ganze Zeit auf den Boden geschaut, während er redete. Ich musste grinsen und streckte meine Hand aus. Erst schaute er mich mit seinen großen, fast schwarzen Augen verwundert an, doch dann lächelte er breit und zog sein Handy aus der Hosentasche. 
Eine halbe Minute später hatte ich meinen Namen und meine Nummer in seinem Handy gespeichert und er hatte mich angerufen, damit ich auch seine Nummer hatte.
„Danke“, sagte er mit einem Lächeln, das mich an einen verlorenen 10-jährigen erinnerte.
„Klar, kein Problem. Ich schreibe dir, wenn ich Zeit habe, OK?“
Er nickte und machte sich wieder auf den Rückweg.
‚Komischer Kerl’, dachte ich wieder, erwischte mich aber dabei, wie ich grinsen musste, als ich wieder zurück in die Buchhandlung ging.

* * *

Ich lag auf meinem Bett, das Dachschrägenfenster über mir offen, und lauschte den Grillen die draußen um die Wette zirpten. Mein Handy lag vor mir auf dem Bett und ich starrte auf den Whatsapp-Kontakt von George. 
Mir hatte das Gespräch mit ihm am Vormittag gut getan. Es war viel zu lange her, dass ich mich mit jemandem in meinem Alter normal unterhalten hatte können, über völlig belanglose Dinge. Eigentlich war ich drauf und dran ihm eine Nachricht zu schreiben, aber ich hatte irgendwie Angst davor ihn zu verschrecken, wenn er herausfand, wer ich wirklich war. 
‚Naja was soll’s!? Früher oder später wird er es eh herausfinden und bis dahin kann ich ja so tun, als wäre alles in bester Ordnung.’, dachte ich mir und wischte damit meine Sorgen zur Seite und schrieb ihn an.

„Hey.“
Sein Profil zeigte augenblicklich an, dass er online war. Ich musste grinsen. Das war ja fast so schlimm wie verliebt sein.
„Hi. Wie geht’s?“, antwortete er.
„Ich langweile mich zu Tode, aber sonst alles bestens.“ 
„Das ist nicht gut. Was hast du, seit wir uns gesehen haben, gemacht?“ Es sah wieder schwer nach Smalltalk aus.
„Nicht viel. Gegessen, was gelesen, aber sonst nichts besonderes. Du?“
„Ach, auch nichts besonderes. Ich bin gerade mit meinen Verwandten in einem Restaurant ... auch ziemlich langweilig. Was ich vorhin schon fragen wollte: Hast du eigentlich keine Schule oder hast du Ferien oder so?“
„Ich hab ein Jahr übersprungen und bin deswegen schon fertig mit der Schule und mache im Moment ein Jahr Pause. Deswegen habe ich ziemlich viel Freizeit, auch wenn ich gelegentlich arbeiten gehe.“, ich schnaubte belustigt als ich auf ‚Senden’ drückte. ‚Arbeiten, dass ich nicht lache.’
„Wow, I’m impressed.“ antwortete er nach einigen Sekunden. „Möchtest du danach studieren oder eine Ausbildung machen?“
„Weiß ich noch nicht, ich glaube eher nicht, ich bezweifle, dass mich das glücklich machen wird. Naja, wahrscheinlich kriegt mich meine Mum sowieso dazu irgendetwas prestige-lastiges zu studieren, Medizin, Jura oder so.“
„Haha, das kommt mir irgendwie bekannt vor... meine Mutter möchte, dass ich in die Politik gehe... auch nicht gerade interessant. Aber da du keine Schule hast, hast du morgen Vormittag nichts vor oder? Da habe ich einige Stunden Zeit; vielleicht hättest du ja Lust etwas zu unternehmen?!“, antwortete er nach einer gefühlten Ewigkeit.
„Klar, gerne! Es ist nur so, dass ich Menschenmassen nicht so gerne mag, deswegen würde ich lieber nicht in die Stadt, ist das okay?“ Wieder eine notwendige Notlüge.
„Geht mir genauso :)“, antwortete er direkt.
„Super, ich weiß auch schon, wo wir hingehen! Treffen wir uns um halb 11 an der Buchhandlung? Findest du den Weg dahin?“, ich war aufgeregt wie ein kleines Schulmädchen. Irgendwie machte diese ganze Scharade mehr Spaß als gedacht.
„Ja, das sollte ich hinkriegen. Ansonsten kann ich dich ja immer noch anrufen!“
Nachdem wir uns verabschiedet hatten, legte ich mein Handy weg und drehte mich auf den Rücken, um aus dem Fenster in den Nachthimmel zu gucken. Ich war für meinen Geschmack viel zu aufgeregt, aber es war schön mit jemandem reden zu können ohne darauf zu achten, nichts falsches zu sagen oder sich zu fragen, ob das Gegenüber wirklich an einem als Person interessiert war.
Es klopfte an der Tür.
„Ja?“, rief ich genervt.
Die Tür wurde geöffnet und meine Managerin trat ein.
„Hey. Entschuldige, dass ich dich noch störe, aber ich wollte noch mit dir über den Wochenplan reden. ... Also morgen Vormittag hast du das Shooting für die Modezeitschrift und am Mittwoch ist das Interview von dem ich erzählt habe.“
„Oh, können wir das Shooting verschieben? Ich bin schon seit längerem mit jemandem verabredet morgen Vormittag. Das ist mir sehr wichtig.“, sagte ich mit den besten Hundeaugen, die ich zustande brachte.
Lilian schien protestieren zu wollen, überlegte es sich dann aber anders und antwortete lächelnd: „Das geht bestimmt. Du hattest in letzter Zeit so wenig Freizeit, das tut dir bestimmt gut. Dann verschieben wir das Shooting auf morgen Nachmittag und können dann ja noch über den Rest der Woche reden. Aber jetzt schlaf erst mal gut und mach dir keine Sorgen wegen morgen, ich kümmere mich darum.“
Ich schenkte ihr ein strahlendes Lächeln und sagte: „Danke Lilian, du bist die Beste.“
Mit einem „Ich weiß, ich weiß...“, wandte sie sich zum gehen und hob die Hand zum Abschied.
 

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Kommentare:

  1. Du Schlawiner, jetzt weiß ich wer er ist aber nicht wer sie ist. Das ist so eine typische Geschichte bei der man nicht aufhören kann zu lesen :) du kannst wirklich richtig gut scheiben und jetzt warte ich sehnsüchtig bis es weiter geht! Hast du deine Geschichte auch auf wattpad veröffentlicht? Wenn nein dann hophop du hast echt Potenzial :D

    Liebste Grüße
    Tinker In Love

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  2. Schlawiner hat mich schon lange keiner mehr genannt XD aber ansonsten wäre es doch auch nur halb so interessant ^^Danke wirklich :)
    Also ich hab nen Account bei Wortkrieger aber da noch nichts eingestellt, wattpad kenne ich garnicht (Ich komme vor lauter Internet accounts langsam nicht mehr hinterher ^^allein bei google habe ich 6 -.-) aber ich gucke mich da mal durch :D

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  3. Hallo Clara
    Schlawiner kam mir so passend vor :) aber natürlich lieb gemeint. Wattpad lohnt sich sicher, ich meine Anna Todd wurde dadurch entdeckt und ihre Story groß raus gebracht ;)
    Das mit den ganzen Accounts kann ich gut nach vollziehen das geht mir nicht anders ;)

    Liebste Grüße
    Tinker

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  4. Irgendwie will das Internet gerade nicht, dass ich dir einen Kommentar hinterlasse. xD Ich habe jetzt schon zum 5. Mal meinen Kommentar gestartet, nur das sich meine Internetseite andauernd von selbst neulädt. Like what? Why? xD Also ich versuche es jetzt nochmal. =D

    Genau ab dem Moment, in dem ich diesen Satz gelesen habe "aber ich hatte irgendwie Angst davor ihn zu verschrecken, wenn er herausfand, wer ich wirklich war" wusste ich direkt, dass sie ein Model ist. Was auch überhaupt nicht daran liegt, dass du mir bei deinem letzten Kommentar geschrieben hast, dass du dir sie ein wenig als Modepüppchen vorstellst. ;-)) Bei ihm vermute ich immer noch, dass er ein Prinz oder so etwas ähnliches ist. =) Die Geschichte an sich finde ich bisher aber so genial! Bisher kannte ich auch noch keine, in der beide Protagonisten Berühmtheiten sind. Würde mich ja mal interessieren, ob es da länger brauch bis sie auf das Geheimnis des jeweilig anderen kommen. Einerseits könnten sie zu abgelenkt davon sein, dass sie sich selbst verstecken oder gerade weil sie sich Beide verstecken, wissen sie was für Lügen man benutzt und sie durchschauen sich viel schneller. Bin gespannt wie du das lösen willst. =) Aber die Stelle, als er ihre Handynummer haben wollte, fand ich soooo süß! *haha* ♥
    Also ich mache mich dann mal an den nächsten Teil deiner Geschichte. =)

    Liebe Grüße
    Leni =)

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    1. hehe fast ;)
      ich antworte mal bei dem nächsten Kommi ;)

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