Dienstag, 16. Februar 2016

Welche Maske darf es sein, Sir? - Kurzgeschichte Teil 5



Hey entschuldigt, es hat wieder viel zu lange gedauert. Hoffe, der neue Teil gefällt euch! Ich hab leider nicht so viel Zeit, deswegen wünsche ich euch nur noch viel Spaß beim lesen ;)

Küsschen, Clara

PS: Hier gehts zu den anderen Teilen!

-5-

Die Frau lief den beiden schon seit einiger Zeit unbemerkt hinterher. Sie hatte in den letzten Tagen mehrere Stunden vor dem Haus der Göre verbracht ohne auch nur etwas annähernd Brauchbares zu bekommen. Doch nun hatte sich das Warten gelohnt, dessen war sie sich sicher. Sie würde ihren ganzen Kollegen, die über sie gelacht hatten, schon zeigen, wer zuletzt lachte.
Schon als das Mädchen das Haus alleine und zu Fuß verließ, wusste sie, dass etwas Ungewöhnliches passieren würde und nun traf sich Deutschlands Muster-Sternchen auch noch mit einem Jungen. Wenn sie ein gutes Foto von den beiden zusammen kriegen würde oder vielleicht sogar etwas von dem Gespräch der beiden mitbekommen würde, wäre das Gold wert! Sie ließ viel Abstand zwischen sich und den beiden Jugendlichen, um bloß nicht zu riskieren entdeckt zu werden. Sie waren nach einigen Minuten Fußmarsch am Stadtrand angekommen und steuerten auf einen Wald zu. Die Frau befürchtete in dem menschenleeren Wald leichter aufzufallen, aber die beiden waren in ein Gespräch, das sie leider nicht verstehen konnte, vertieft und schienen sie nicht zu bemerken.
Die Frau kannte diese Gegend und vermutete,  dass die beiden den See ansteuerten, wo es zu dieser Jahreszeit wirklich schön war. Das würde ein hervorragendes Bild abgeben.
Das Mädchen zog den Jungen zu einigen großen grauen Betonklötzen, die eine Kunstausstellung des hiesigen Museums waren. Als die beiden es sich auf dem Gebilde gemütlich gemacht hatten, schaltete die Frau ihre Kamera ein und schoss ein paar schnelle Fotos der beiden. Sie wartete sehr geduldig in einiger Entfernung von und beobachtete sie eine ganze Weile. Sie wollte sichergehen, dass die beiden in ihr Gespräch vertieft waren und sie nicht entdeckten.
Als sich das Gespräch relativ weit entwickelt zu haben schien, machte sie sich vorsichtig daran etwas näher heranzukommen, um auch etwas von ihrem Gespräch mitzubekommen. Sie schlich langsam von hinten unter die Steine, die den beiden Jugendlichen immer noch als Sitzplatz dienten.
„Du scheinst ja nicht besonders angetan von deiner Mutter zu sein!“, hörte sie den Jungen scherzen. Sie hatte keine Ahnung wer er war und würde das wohl später noch etwas recherchieren müssen.
„Naja, um ehrlich zu sein, ist sie auch nicht meine Mutter.“
„Was?“ hörte sie den Jungen erstaunt sagen.
„Du darfst das keinem weitersagen! Es wissen nicht viele Leute davon, aber ich bin adoptiert.“
„Oh. Das hatte ich jetzt nicht erwartet.“, stammelte der Junge, der nicht so recht wusste, was er sagen sollte.
„Es ist ja auch nicht so schlimm, die meiste Zeit sehen wir uns nicht oder ignorieren uns, also von daher kann ich eigentlich froh sein, dass sie mich überhaupt aufgenommen hat!“ Die Frau traute ihren Ohren nicht. Das Ganze wurde ja immer besser! Diese Story würde nicht nur das Gelächter ihrer Kollegen stoppen, sondern sie auch noch berühmt machen! Zum Glück hatte sie alles mit einem Aufnahmegerät aufgenommen! Sie lauschte gespannt, doch das Mädchen hatte blöderweise das Thema gewechselt und das Gespräch war wieder zu belanglosen Themen gewandert.
„Sag mal, hast du eigentlich eine englische Schönheit, die irgendwo in London auf dich wartet und fuchsteufelswild wird, wenn sie erfährt, wo du dich herumtreibst?“, scherzte das Mädchen. Die Frau horchte wieder auf.
„Haha, nein habe ich nicht. Du?“
„Ne, die Engländerinnen, die ich bis jetzt getroffen haben, waren leider alle nicht so mein Fall!“ Die Frau verdrehte ihre Augen. Lang konnte sie dieses Geschwätz nicht mehr aushalten.
„Du weißt, was ich meine!“, sagte der Junge grinsend.
„Haha, nein ich hab weder Freund, Ehemann noch Liebhaber, wenn du es genau wissen willst.“
Es trat ein unangenehmes Schweigen ein und die Frau fürchtete, dass die beiden vielleicht auf sie aufmerksam werden könnten. Doch dann setzte der Junge wieder an.
„Darf ich mal was verrücktes machen, wozu der Engländer in mir eigentlich viel zu schüchtern und steif wäre?“, fragte er zaghaft. Als die Frau das hörte, reckte sie den Hals, um besser sehen zu können. Er würde doch wohl nicht...
Das Mädchen machte große Augen und schaute den Jungen verblüfft an. Doch der lehnte sich schon nach vorne, entweder aus Angst vor einem Korb oder aus Angst den Mut wieder zu verlieren. Wahrscheinlich letzteres, dachte sich die Frau. Er küsste dass Mädchen mit geschlossenen Augen, das ihn erst perplex anstarrte, den Kuss dann aber erwiderte. Die Frau sah ihre Chance und machte einige Bilder, aber aus ihrer Position war das Pärchen wirklich schlecht zu sehen, deswegen stellte sie sich hin, da die beiden eindeutig abgelenkt waren. Diese Bilder würden sie reich machen, dachte sie sich vorfreudig. Als sie einige Schritte nach vorne machte, trat sie gegen einige Steine, welche etwas nach vorne rollten. Das Mädchen zuckte bei dem Geräusch zusammen und schnellte ihren Kopf in die Richtung der Reporterin, bevor diese wieder in den Schutz der Büsche verschwinden konnte. Sie riss ihre Augen auf und blickte erst auf die Kamera der Frau, dann auf den Jungen und wieder zurück zu der Frau, die erstarrt war. Sie begann den Kopf zu schütteln, stand auf und sah den Jungen ungläubig an. Sie wich einige Schritte zurück. Die Frau fasste sich schnell wieder und begann loszurennen.

Bea schaute George nun traurig an und sagte dann mit brechender Stimme: „Ich hoffe, es war dir das Geld wert!“ Dann rannte auch sie los, in die Richtung in der die Frau verschwunden war.

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