Sonntag, 21. Februar 2016

Welche Maske darf es sein, Sir? - Kurzgeschichte Teil 6



Hey, hattet ihr eine schöne Woche? Ich hab mich mit dem nächsten Teil mal ein bisschen beeilt und hoffe natürlich wieder, dass er euch gefällt :) Mit der Story von Lena wird es ja hier immer Kreativer auf dem kleinen Dango-Blog (~ ̄▽ ̄)~ Diese Geschichte hier neigt sich langsam dem Ende zu und ich habe sie auch schon fast zuendegeschrieben, aber ihr dürft euch noch auf zwei weitere Kapitel freuen ;)

Ich wünsche euch wie immer viel Spaß beim Lesen!
Küsschen, Clara

(PS: Und auch der obligatorische Link zu den vorherigen Teilen, darf natürlich nicht fehlen ^^)

-6-

Ich verstand gar nichts mehr. Ich sah Bea nach, wie sie der Frau mit der Kamera hinterherrannte. Gerade noch hatte ich mich gefühlt, als würde irgendetwas in mir explodieren und jetzt stand ich hier, wie ein begossener Pudel. Bea hatte mich mit so viel Hass, Verachtung und Enttäuschung angeguckt, ich hätte mich am liebsten selber geohrfeigt, auch wenn ich nicht wusste wofür.
Ich nahm mein Handy aus der Jackentasche und versuchte sie anzurufen, aber sie ging natürlich nicht ran. Ich versuchte mir alle möglichen Szenarien vorzustellen, in denen das, was gerade passiert war, einen Sinn ergeben würde, aber mir viel beim besten Willen nichts ein! Die Frau war anscheinend ein Paparazzo gewesen, aber wenn, dann wäre sie ja hinter mir her und nicht hinter Bea. Davon mal abgesehen, würde mich hier in Deutschland doch eigentlich niemand erkennen und es wusste auch kaum jemand, dass ich England überhaupt verlassen hatte. Also warum, um alles in der Welt, rannte Bea jetzt dieser Frau hinterher und wieso hatte sie das mit dem Geld gesagt. Geld wofür? Ich verstand absolut gar nichts. Ich wusste nicht, was ich machen sollte und da ich Bea jetzt wohl erstmal nicht erreichen würde, entschloss ich mich nach Hause zu gehen. 

* * *

Die Frau hatte keine Probleme gehabt, das Mädchen abzuhängen. Sie war auf kürzestem Wege zur Redaktion gefahren und hatte direkt angefangen das, was sie erlebt hatte, in Worte zu fassen. Sie hatte versucht irgendetwas über den Jungen herauszufinden und extra eine Nahaufnahme von ihm dafür ausgedruckt, aber nichts brauchbares gefunden.
Sie hatte erst angenommen, dass sie in dem Großraumbüro alleine war, aber dann kam einer ihrer verhasstesten Kollegen und schaute über die dünne, brusthohe Wand, die ihre Schreibtische voneinander trennte.
Er lächelte sie mit seinem widerlichen Rattenlächeln an und fragte zynisch: „Was hackst du denn da so auf deiner armen Tastatur herum? Hast du wieder erfolgreich irgendeine Göre gestalkt und weißt jetzt, zu welchem Friseur ihr Pudel geht?“
Die Frau ignorierte ihn und schrieb weiter, sie hatte gerade eine tolle Idee und würde sich von diesem Versager bestimmt nicht aus dem Konzept bringen lassen!
Eindeutig beleidigt, dass seine Sticheleien keinen Einfluss auf die Frau hatten, schnaubte der Mann und versuchte es weiter, diesmal in einem gehässigeren Ton: „Was willst du denn von Englands Prinzchen? Den stalkst du doch jetzt nicht auch noch!?“ Er lachte wie eine Hyäne über seinen eigenen Witz.
Die Frau blickte ihn verständnislos an. Er zeigte, mit seinem viel zu spitzen Kinn, in Richtung der Großaufnahme des Jungen. Die Frau schaute auf das Bild und dachte einen Moment nach.
Schnell erwiderte sie: „Das ist nur für eine Recherche. Hast du nichts Besseres zu tun, als mir auf die Nerven zu gehen? Hatte dich der Boss nicht gebeten, die Hausfrauenkolumnen nochmal durchzugehen?“, nun war sie an der Reihe ihm ein spitzes Lächeln zuzuwerfen. Er nuschelte noch irgendeine Erwiderung zurück, auf die sie aber gar nicht mehr achtete, denn ihre Gedanken drehten sich nur noch um den Jungen, Englands Prinzchen ... 

* * *

Ich hatte den ganzen Abend lang immer und immer wieder versucht Bea zu erreichen, aber sie war einfach nicht an ihr Handy gegangen. Ich hatte mir das Hirn zermartert, wieso sie so sauer auf mich sein könnte, aber es fiel mir einfach nicht ein.
Ich hatte die ganze Nacht kein Auge zugetan und saß nun völlig fertig am Frühstückstisch der Hotelsuite. Ich merkte nicht wie die Bediensteten, die mein Vater uns mitgeschickt hatte, um mich herum tänzelten, sich gegenseitig vielsagende Blicke zuwarfen und anfingen zu tuscheln sobald sie den Raum verließen. Ich bemerkte auch den tadelnden Blick meiner Mutter nicht, den sie mir zuwarf, als sie den Raum betrat.
„Guten Morgen“, murmelte ich ihr zur Begrüßung entgegen, doch sie warf mir nur eine Zeitschrift auf den Teller. Ich blickte sie entgeistert an. Sie nickte in Richtung der Zeitschrift und symbolisierte mir, dass ich lesen sollte.
Ich traute meinen Augen nicht. Auf der Titelseite war ein Bild von Bea und mir, wie wir uns küssten, aber das, was mich wirklich aus der Fassung brachte, war die Schlagzeile die darunter stand: 

VIELVERSPRECHENDE SCHAUSPIELERIN UND IT-GIRL DER DEUTSCHEN PROMISZENE ANGELT SICH DEN ENGLISCHEN KRONPRINZ

Ich hob die Zeitung an und stand langsam auf. Meine Mutter stand mir immer noch mit verschränkten Armen gegenüber, doch ich nahm keine Notiz von ihr. Ich las mir den Artikel durch und realisierte schlagartig, was mit Bea los war. Ich ging in Richtung Zimmertür und drückte einem der Bediensteten die Zeitschrift in die Hand.
„Wohin gehst du bitteschön? Ich erwarte eine Erklärung! Was hast du dir ...“, rief mir meine Mutter noch hinterher, aber ich hatte den Raum schon verlassen. In meinem Kopf drehte sich alles um den Artikel und um Bea, ich wollte nur noch zu ihr.


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