Dienstag, 15. März 2016

Welche Maske darf es sein, Miss? - Kurzgeschichte Teil 8


-8-

Ich rannte über die Straße. Ich wollte mir das ganze Entschuldigungs-Gerede ersparen, das musste nun wirklich nicht sein. Ich hatte den Zeitpunkt gut abgepasst, denn direkt hinter mir kam eine Kolonne an Autos und George musste auf der anderen Straßenseite warten. Ich war am gegenüberliegenden Bürgersteig angekommen und drehte mich um. Er stand mit hängenden Schultern gegenüber von mir, getrennt durch die Straße. Es war so ironisch. Wir waren uns so nahe und doch so weit von einander entfernt. 
Was hatte ich mir nur gedacht, Gefühle für ihn zu entwickeln? Niemand kam mit meiner Welt klar, niemand sah mich für die Person, die ich war, sondern nur für eine Prominente. 
Ich blickte zur Seite und sah an einem Kiosk, der am Straßenrand stand, mehrere Klatschblätter, die mich alle zeigten, wie mich ein blasser, rot-blonder Engländer küsste. Ich wollte mich gerade angewidert wegdrehen, als mir ein Wort ins Auge viel: Kronprinz. Also Traumprinz war ja wenigstens noch im Kontext, aber Kronprinz? Ich ging näher und hob die Zeitschrift an. Ich las mir die Überschrift durch. Wieder und wieder. Ich konnte meinen Augen nicht glauben.
VIELVERSPRECHENDE SCHAUSPIELERIN UND IT-GIRL DER DEUTSCHEN PROMISZENE ANGELT SICH DEN ENGLISCHEN KRONPRINZEN

Gestern erklärte sich die aufsteigende Schauspielerin Beatrice Dreyfuß (Tochter von Yvonne Dreyfuß) zu einem exklusiven Interview bereit. Nachdem die junge Frau sich für lange Zeit der Öffentlichkeit entzogen hat, war dieses Gespräch lang erwartet.
Nur exklusiv bei uns erfahren Sie die Wahrheit über Beatrices Mutter und ihren neu gewonnenen Freund! (Weiter lesen auf Seite 14)

Mein Handy klingelte. Geistesabwesend ging ich ran. Es war George. Er beobachtete mich immer noch von der anderen Straßenseite.
 „Verstehst du jetzt?“, fragte er vom anderen Ende der Leitung. Ich konnte ein Lächeln in seiner Stimme hören. Ich drehte mich zu ihm hin, konnte es aber immer noch nicht glauben.
 „Du ... Du bist... Als ob.... Du bist wirklich ein Traumprinz?“, stammelte ich vor mich hin.
„Also Traumprinz würde ich jetzt nicht direkt sagen, aber Prinz ... sieht wohl so aus, was?“ Man hörte seine Erleichterung. Da ich nichts sagte, redete er weiter.
 „Ich wusste nicht, wie ich es dir sagen sollte. Alle werden immer so komisch, sobald man ihnen erzählt, dass man der Thronfolger Englands ist. Ich hatte Angst ich würde dich damit verschrecken. Ich konnte ja nicht wissen, also ... ich hatte keine Ahnung wer du bist. Kannst du mir verzeihen?“
Ich sah zu ihm rüber. Er hatte das breiteste Grinsen der Welt auf dem Gesicht. Ich musste nun auch anfangen zu lächeln und lief über die Straße zu ihm hin. Ich hörte ein laute Hupe neben meinem Ohr, aber das war mir egal, ich wollte ihn nur noch in meine Arme schließen. Ich war so erleichtert.

* Rums *

Die Welt drehte sich um mich herum. Ich sah Goerge auf einemal falsch herum. Die ganze Welt war verkehrt. Ich sah in sein strahlendes Gesicht, das breite Lächeln, das sich langsam in eine schreckverzerrte Grimasse verwandelte. Er streckte seine Hand nach mir aus und ich wollte es ihm gleichtun, aber da landete ich schon auf dem harten Asphalt. Ein Blitz an Schmerz durchzuckte meinen Körper, vor meinen Augen wurde es weiß und dann schwarz.



Hey!

Waaas schon zu Ende? :O 
Theoretisch schon.
Aber Morgen kommt noch ein kleiner Epilog auf euch zu! Aber alle, die sich lieber ein Happy End vorstellen möchten, sollten den vielleicht nicht lesen. Ich hoffe, euch hat das letzte Kapitel gefallen und ihr freut euch auf den Epilog!

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Küsschen, Clara


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Kommentare:

  1. Waaaaas deine Erst? Oh wie gemein, da grinst man sich einen Ast ab weil man endlich weiß wer sie ist und sich doch noch alles zum Guten wendet und das dieses Ende *lach* Jetzt bin ihc noch mehr gespannt darauf was als nächstet kommt. Bitte bitte ein Happy End!!!!!

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    1. Tut mir leid Tinker, irgendwann wird's auch für mich zu kitschig ^^

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