Mittwoch, 16. März 2016

Welche Maske darf es sein, Sir? - Kurzgeschichte ~Epilog~


-Epilog-

Meine Bodyguards, die mir anscheinend gefolgt waren, rissen mich von der Straße zurück. Ich schrie und riss an den schier unendlichen Armen die mich von ihr wegzureißen schienen. Ich wollte doch nur bei ihr sein. Ihr wunderschöner, zierlicher Körper lag auf dem schwarzen, kalten Asphalt, so einsam und so allein. Ich wollte nur zu ihr. Ihr Körper lag in einer seltsam verdrehten Position und sie rührte sich nicht. Der Knall ihres Aufpralls dröhnte immer noch in meinen Augen. Die Hände zogen mich in eine Seitengasse, bis ich ihren zerbrechlichen weißen Körper nicht mehr sehen konnte. Ich schrie immer noch, konnte mich aber nicht hören. Immer wieder hallte der Aufprall in meinen Ohren wieder. Ich presste meine Hände auf meine Ohren. Jetzt wurde ich von den Händen gezogen und getragen. Meine Beine hatten versagt und mein Körper konnte sich nicht mehr bewegen. Ich wollte zu ihr und nach ihr sehen. Ich wollte dabei sein, wenn sie wieder zu sich kam, sie ins Krankenhaus bringen. WIR MUSSTEN SIE INS KRANKENHAUS BRINGEN! 

Mein Schreien brachte nichts. Ich konnte mich immer noch nicht bewegen. Im Nachhinein erinnere ich mich an alles nur noch wie in einem Traum, an den man sich kurz nach dem Aufstehen noch erinnert, der einem aber immer mehr entgleitet. Ich saß in einem Flugzeug nach England und war die letzten 24 Stunden von der Außenwelt abgeschirmt gewesen. Ich hatte immer wieder geschrien, dass ich zu ihr wollte, dass sie sich fragen würde, wo ich war, aber meine Schreie und mein Flehen waren auf Granit gestoßen. Ich saß in der ersten Klasse eines Lufthansa-Fluges und rief eine bildhübsche Stewardess zu mir. Sie war groß, hatte lange, fast weiße, blonde Haare und graue Augen. Ich schaute sie einige Sekunden an und merkte gar nicht wie mir eine Träne die Wange hinunterlief. Sie schaute mich erschrocken an und fragte, ob alles in Ordnung sei und ob sie irgend etwas tun könne. Ich schüttelte nur den Kopf und rang mir ein Lächeln ab. Ich bat sie, mir einige deutsche Zeitungen von heute oder gestern zu bringen, was sie auch sofort tat. Direkt auf der ersten Seite in großen, schwarzen, erdrückenden, scharfen Lettern stand:


TEENIE STAR ERLEIDET TÖDLICHEN AUTOUNFALL

Am gestrigen Vormittag wurde die bekannte Beatrice Dreyfuß, Adoptivtochter von Yvonne Dreyfuß und aufstrebende Schauspielerin, in einen tödlichen Autounfall in Berlin-Mitte verwickelt.

Am gestrigen Samstagvormittag erlitt die 17-jährige Beatrice Dreyfuß einen tödlichen Autounfall in Berlin-Mitte. Zeugenaussagen zufolge war die junge Frau in ein Telefonat vertieft, während sie auf die stark befahrene Hauptstraße geriet und dort von einem schwarzen PKW angefahren wurde. Der Fahrer beging Fahrerflucht. Passanten alarmierten daraufhin den Notdienst, doch Beatrice Dreyfuß erlag einige Stunden später im Krankenhaus ihren inneren Blutungen.

Die Polizei mutmaßt, dass es sich bei dem Unfall um einen Suizidversuch der Schauspielerin handelte.  Der Grund dafür soll ihre Bloßstellung in dem, von mehreren Quellen als Fälschung bestätigten, Skandal-Interview eines lokalen Modemagazins gewesen sein. Auch bei ihrer, im Magazin erwähnten, Beziehung zum englischen Thronfolger soll es sich um ein Gerücht gehandelt haben. Die Stellungnahme vom britischen Königshaus bestätigt, dass es sich bei dem veröffentlichten Bild sowie dem zugehörigen Interview um eine Fälschung handelt.

Augenzeugen zufolge soll ein junger Mann am Unfallort gesichtet worden sein, der aber bei den Ermittlungen nicht aufzufinden war. Die Polizei bittet um Hilfe der Bevölkerung durch Hinweise auf den jungen Mann oder den schwarzen PKW.

Ende

 
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Ich hoffe sehr, dass es euch gefallen hat.
Küsschen, Clara


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Kommentare:

  1. Hmmmm... das war aber ein sehr trauriges Ende... :'( Mir hat die Geschichte trotzdem gefallen und der Plottwist hat mich ein wenig aus den Socken gehauen. :)

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    1. Sry da ist wohl was mit mir durchgegangen ^^' hab dich lieb kleiner Lenafant :*

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  2. Eine wirklich schöne Geschichte, wenn auch das Ende ein wenig fies war...

    Ich habe sie jetzt gerade auf der Fahrt nach Leipzig in einem Stück gelesen und sie las sich wirklich super :)

    Liebe Grüße :)

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  3. Puh, wie heißt es so schön, Holla die Waldfee?
    Das ist mal ein Ende mit dem ich nicht gerechnet hätte, dabei dachte ich du wirst die Geschichte noch ein ganzes Stück weiter schreiben. Schade aber ein rasantes Ende :)

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