Donnerstag, 26. Mai 2016

[Interaktive Geschichte] Mauern der Angst #12



Hallihallo, meine Lieben!

Heute geht es mit Melodie weiter, die ja nach ihrer Begegnung mit Mark ein traumatisches Erlebnis verarbeiten muss. Viele von euch haben im letzten Kapitel Ilva mit ihr verwechselt - ich wusste, das würde passieren, mist - da sie sich nach einem Traum mit einem Jungen ebenfalls mit Schuldgefühlen herumschlägt. Deshalb wollte ich nochmal kurz klarstellen: Melodie ist die verwöhnte Göre, die auf Mark getroffen ist, ihn vorgeschickt und gleich darauf sterben sehen hat.

Ilva ist bisher von unheimlichen Wesen im Spiegellabyrinth verfolgt worden und hatte dann einen Traum mit einem Jungen, den man noch nicht kennt, gegenüber dem sie aber starke Schuldgefühle verspürt. Dies wird sich allerdings erst im Verlauf der Geschichte klären. ;) Für einen besseren Überblick schaut doch einfach nochmal in die Charakterübersicht! :)

Auch heute findet die Abstimmung wieder in der Sidebar statt! Melodies Patin Clara sagt mir dann bitte bescheid, wofür sie gestimmt hat, damit ich ihre Stimme mehrfach zählen kann!

Für mehr Infos, eure eigenen Ideen oder falls ihr die Aktion noch nicht kennt, schaut doch mal hier auf die Aktionsseite und hinterlasst gerne einen Kommentar. Dort findet ihr auch die anderen Kapitel.


Viel Spaß mit dem zwölften Kapitel!









Mit 4:2 habt ihr für die schwarze Tür gestimmt.

Die heißen Tränen verschleierten ihr die Sicht. So etwas schreckliches hatte sie noch nie in ihrem Leben erlebt, noch nie gesehen. Mark. Er war tot. Sie hatte ihn kaum gekannt, aber nun war er tot. Ihretwegen. Weil sie ihn allein vorgeschickt hatte, so wie sie immer andere für sich vorschickte und sie ausnutzte. Aber noch nie hatten ihre Handlungen so etwas Schlimmes hervorgerufen. Er war tot und es war ihre Schuld. Durch den Tränenschleier konnte sie kaum etwas sehen und sie wäre am liebsten zu Boden gesunken, um einfach weiter zu heulen, aber sie musste sich jetzt zusammenreißen. Dieser Ort, wo auch immer sie war, war gefährlich, und sie selbst nun wieder ganz auf sich allein gestellt. Sie konnte sich nicht erlauben unachtsam zu sein, weil sie flennte wie eine Dreijährige. Mit dem Handrücken wischte sich Melodie die salzigen Tränen aus dem Gesicht und versuchte sich zusammenzureißen. Sie atmete einmal tief durch. Dann war es okay. Die Tränen versiegten und zurück blieb nur ein leichtes Schniefen. Gut, dass sie niemand so sehen konnte. Sie sah bestimmt total hässlich und verquollen aus.
Langsam blickte sie sich in dem gigantischen neuen Raum um, der sich vor ihr erstreckte. Hier gab es nichts außer unendliche Weite und einem Boden bedeckt mit... Gras? Es sah aus wie Gras, wirkte aber schrecklich vertrocknet und bräunlich verfärbt. Irgendwie... tot. Wenn man sich schon die Mühe machte, einen so riesigen Raum mit echtem Gras auszulegen, warum pflegte man es dann nicht auch ordnungsgemäß? Melodie wagte ein paar Schritte nach vorne, aber hier gab es wirklich nichts anderes und am anderen Ende konnte sie die nächste Tür ausmachen. Sollte es wirklich so einfach sein?
Da sie ohnehin auf die andere Seite musste, wagte Melodie sich schließlich weiter vor, nicht ohne die beiden Uzis entsichert zu haben und vor sich zu richten, aber auch nachdem sie den Raum bis zur Hälfte durchquert hatte, konnte sie keinerlei Gefahren ausmachen. Das getrocknete Gras knirschte und knackte unter ihren leichten Schuhen, während sie schneller und schneller auf den Ausgang zulief, schließlich rannte. Kurz darauf stand sie atemlos vor der kleinen Metalltür. Schweißperlen rannen ihr die Stirn hinunter. Hatte sie sich denn beim Laufen so sehr angestrengt oder war es wirklich immer heißer und stickiger geworden, je näher sie der Tür gekommen war? Seltsam. Melodie steckte eine der beiden Waffen wieder weg und langte nach dem Türgriff. Und riss ihre Hand sofort keuchend zurück. Die Tür war brütend heiß, als hätte sie auf eine heiße Herdplatte gefasst. Das Mädchen sog stark die Luft ein, als es seine gerötete Hand begutachtete, deren Verbrennung einen starken Schmerz bis in alle fünf Fingerspritzen sendete. Schon bildete sich eine weiße Brandblase vom Durchmesser eines Geldstücks auf ihrer Handfläche. Melodie biss die Zähne zusammen, zog Marks Jackenärmel über die verbrannte Haut und öffnete damit die Tür.
Sofort stieg ihr heißer Dampf ins Gesicht und es wurde augenblicklich gefühlte 10 Grad heißer um sie herum. Melodie trat durch die Tür. Was sie dann sah, verschlug ihr die Sprache.

Nein. Das kann nicht sein, dachte sie. Unmöglich. Vor Melodie erstreckte sich ein tiefer, felsiger Abgrund, aus dem heiße Dampfwolken aufstiegen. Ein schmaler Gesteinspfad zog sich hindurch, aber sie konnte nicht erkennen, wohin er führte, da er schon nach einigen Metern in einem Bogen um die Gesteinswand zu ihrer Linken konstruiert war. Die Felswände reichten sowohl links als auch rechts Hunderte Meter in die Höhe. Eine mögliche Decke konnte sie nicht erkennen. Ängstlich bewegte sich Melodie auf den Weg zu, der durch die Schlucht verlief, und schaute schaudernd in den Abgrund. Dort unten war Lava. Natürlich. Befand sie sich tatsächlich noch in einem Haus? Sie wusste es nicht. War sie wirklich bereit dazu weiterzugehen? Sie wusste es nicht. Melodie wollte eigentlich nicht einmal daran denken, über diesen unsicheren, schmalen Weg zu gehen, aber zurückgehen war auch keine Option für sie. Wenn sie zurückging, würden sie nur Tod und Zerstörung und Blut erwarten. Mark. Und das Monster. Nein, diesen Anblick konnte sie nicht noch einmal ertragen. Ihr blieb also nur der Weg nach vorne, ob sie wollte oder nicht.
Vorsichtig setzte das Mädchen einen Fuß auf das bröckelige Gestein. Es gab nicht nach und fühlte sich einigermaßen sicher an. Wenigstens etwas. Zitternd setzte Melodie einen Fuß vor den anderen. Über der Lavagrube war es noch heißer und sie hatte Angst, das Gleichgewicht zu verlieren. Wie es sich wohl anfühlte, in glühende Lava zu fallen und zu sterben? Diese Frage verbannte sie schnell aus ihrem Kopf. Die ersten Meter waren ja schon geschafft und außer einer plötzlich aufkeimenden Höhenangst, von der sie bisher gar nicht gewusst hatte, dass sie darunter litt, fühlte sie sich relativ sicher. So sicher, wie man sich halt ein paar Hundert Meter über einem Abgrund voller Lava fühlen konnte. Sie war an der Biegung angekommen und warf einen Blick um die Ecke. Dort, in zehn Metern Entfernung, konnte sie hinter dem wallenden Dampf zwei Türen ausmachen! Erleichtert wagte sie es, ein wenig schneller zu laufen. Dann, als sie nur noch fünf Meter hinter sich bringen musste, hörte sie es. Ein Ächzen, ein Bröckeln. Einige Steine am rechten Rand des Weges gaben unter ihrem Gewicht nach. Sie rutschte mit dem Fuß weg, konnte sich gerade noch sicher auf die Knie sinken lassen, bevor sie gestürzt wäre. Und dann begann das Gestein um sie herum langsam zu rutschen. Panisch rappelte sich Melodie wieder auf, begann zur ennen, während die ersten Steinbrocken in den Abgrund fielen. Dann stürzte der komplette Weg ein. Melodie sprang. Sprang um ihr Leben. Mit einem weiten Satz war sie auf der anderen Seite. Schwer atmend hockte sie am Boden, legte ihre Waffe nieder und versuchte ihren rasenden Puls unter Kontrolle zu bekommen. Dann drehte sie sich um. Der komplette Weg war verschwunden - eingestürzt - und versank unter ihr in den Feuerfluten. Melodie zitterte. Schon wieder war sie nur knapp mit dem Leben davongekommen. Irgendjemand wollte sie umbringen, dessen war sie sich mittlerweile sicher. Hinter jeder Tür warteten neue Gefahren, vor denen sie sich nun umso mehr fürchtete.
Das Mädchen betrachtete die beiden Türen, die in die Felswand geschlagen worden waren, aber sie sahen absolut identisch aus und gaben keinen Aufschluss darüber, was sich hinter ihnen verbergen könnte.



Durch welche Tür soll Melodie gehen?
Durch die rechte oder die linke Tür?

Die Umfrage findet ihr wieder in der linken Sidebar. Zeit habt ihr bis zum 1. Juni 2016 um 23:59 Uhr! Clara teilt mir bitte noch mit, für welche Tür sie gestimmt hat, damit ich ihre Stimme mehrfach zählen kann.



Das nächste Kapitel wird hoffentlich nicht wieder so lange auf sich warten lassen.

Eure Lena ♥♥♥


-> Kapitel 13

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