Dienstag, 24. Mai 2016

[Rezension] Departure (A.G. Riddle)


Ein Dankeschön an das Bloggerportal für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

Cover: Heyne
♥ Titel: Departure
♥ OT: Departure
♥ Autor: A.G. Riddle
♥ Verlag: Heyne
♥ Preis: 9,99€ (TB)
♥ Erscheinungsjahr: 2016
♥ Seiten: 432
♥ Genres: Science Fiction, Thriller, Dystopie

Der Roman ist mir im Bloggerportal der Random House Verlagsgruppe zufällig ins Auge gesprungen und hörte sich richtig gut an. Ohne groß nach- zudenken klickte ich auf "Anfragen" und freute mich wie verrückt, als das Buch einige Tage später bei mir eintraf. Science Fiction gehört mit Aus- nahme einiger Dystopien eigentlich nicht zu mei- nen meistgelesen Genres, dennoch wollte ich gerne mal wieder einen fesselnden Roman aus diesem Bereich lesen und wurde nicht enttäuscht.



♥ Cover & Aufmachung ♥

Mit Departure hält man ein hochwertiges Taschenbuch in den Händen, bei dem nicht so schnell Leserillen entstehen. Über diese wabbeligen Taschenbücher kann ich da immer nur den Kopf schütteln. Das Cover bietet ein typisches Sci-Fi-Motiv mit einer jungen Frau inmitten einer Flugzeugexplosion, das zwar nicht unbedingt das Rad neu erfindet, aber trotzdem faszinierend und actionreich auf den Betrachter wirkt und den Inhalt des Buches wiederspiegelt. Die Flammen versprechen eine Menge Spannung. Außerdem ist die Schrift in einer fühlbaren Prägung gehalten, die in Kombination mit dem Hochglanz einen sehr edlen Eindruck macht. (Zitat meines Freundes: "Ein edles Cover" *bedeutungsvolle Stimme* XD) Insgesamt: Top!


♥ Inhalt ♥

Flug 305, auf dem Weg von London nach New York. Plötzlich fallen alle Systeme aus, das Flugzeug stürzt ab. Für die Passagiere ist diese Katastrophe erst der Anfang – denn die Welt ist nicht mehr die, die sie kennen. Als die Überlebenden auf ein Hologramm von Stonehenge stoßen, wird ihnen klar, dass sie weit in die Zukunft geschleudert worden sind – auf eine anscheinend entvölkerte Erde. Doch fünf von ihnen sind auserwählt, die Menschheit zu retten – oder sie zu vernichten... (Quelle: Amazon)


♥ Umsetzung ♥

Diese Inhaltsangabe war es, die mich schließlich dazu bewegt hat das Buch zu lesen. Ich habe Spannung, jede Menge Plottwists und Action erwartet und bin letztendlich nicht enttäuscht worden! Das Buch ist in drei Teile aufgesplittet, in denen die Story jeweils eine unterschiedliche Richtung anstrebt.

Die Geschichte beginnt wie ein normaler Katastrophenroman mit einem Flug- zeugabsturz. Die Überlebenden kämpfen zunächst gegen die Einflüsse der Natur, gegen Stürme, Krankheiten, Verletzungen und das baldige Zuneigegehen ihrer Essensvorräte. Hier war es interessant zu lesen, wie sich die unterschiedlichen Charaktere während und nach dem Absturz verhalten, welche Strategien zur Rettung der Passagiere und ihrer Überlebenssicherung in Betracht gezogen werden. Die Angst vor dem Tod, Ungewissheit und großes Misstrauen unter den Verbliebenen sind allgegenwärtig. Immer wieder kommen neue Erkenntnisse und Fragen zustande, gemeine Cliffhanger, die mich stets motiviert haben, noch ein weiteres Kapitel zu lesen. Und dann noch eins. Stets fragt man sich, was mit Flug 305 passiert ist und warum keine Hilfe eintrifft, ist dankbar für jedes Puzzleteil, das einem die Lösung etwas näherbringt, was Departure zu einem unheimlichen Pageturner macht. Ich musste das Buch so einige Male wirklich widerwillig zur Seite legen, weil ich eigentlich wissen wollte, wie es weitergeht. Erste Antworten, aber damit leider auch viele neue Fragen, bekommt man gegen Ende des ersten Teils, als Nick ein seltsames Glashaus mit einem Hologramm vom Stonehenge entdeckt.

Im zweiten Teil wird es nur umso spannender, denn hier fügt sich das Puzzle langsam Stück für Stück zusammen. Die Handlung verlagert sich von einem einsamen Wald irgendwo im Nirgendwo ins vollkommen verwahrloste und verlassene London der Zukunft. Immer wieder fragt man sich, was hier wohl passiert sein könnte, und kommt dem schrecklichen Geheimnis nur häppchenweise näher. Kurz vor Ende des zweiten Teils kommt es dann zu einem atemberaubenden Showdown, bei dem nicht ganz klar ist, wer nun gut ist und wer böse, oder ob man zwischen diesen beiden Seiten erst gar nicht mehr versuchen sollte zu differenzieren. Zum Schluss verlagert sich die Handlung noch einmal drastisch und schlägt einen eher ruhigeren Ton an, der aber nicht minder spannend ist. Was den Leser jedoch in diesem letzten Abschnitt erwartet, werde ich an dieser Stelle nicht verraten und muss jeder selbst herausfinden. ;)

Insgesamt ist die Story in diesem Roman wirklich genial konstruiert, atemlos spannend und lässt keine Langeweile aufkommen. Zeitreiseromane bergen immer ein gewisses Risiko, dass man früher oder später auf Plotholes und Ungereimtheiten stößt. Dennoch ist mir hier nur eine einzige Stelle im Buch negativ aufgefallen: Als die Überlebenden einen Keller nach Essen untersuchen, finden sie einige Dosen, die angeblich schon längst abgelaufen sein sollen. Wie kann man so etwas allerdings wissen, wenn zuvor noch betont worden ist, dass Nick und Harper keinen blassen Schimmer haben, in welchem Jahr sie sich befinden? Davon abgesehen müssten sie mit einem Blick auf das Ablaufdatum ja eine ungefähre Vorstellung davon bekommen, in welcher Zeit sie gelandet sind. Dies hat Riddle allerdings nicht berücksichtigt. Ansonsten sind mir aber keine Logikfehler aufgefallen.


♥ Charaktere ♥

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der jungen Schriftstellerin und Biografin Harper Lane und dem reichen Unternehmer Nick Stone erzählt. Beide sind sehr sympathische Charaktere, die die Katastrophe des Flugzeugabsturzes unterschiedlich aufnehmen und verarbeiten. Nick übernimmt unmittelbar nach dem Absturz die Rolle eines Anführers und Helden, von der er gar nicht wusste, dass sie in ihm geschlummert hat. Schnell wird klar, dass Nick in seinem bisherigen Leben kein wirkliches Ziel hatte und an der Herausforderung wächst.

Harper stattdessen bewundert Nick für seine Führungsqualitäten und die Maßnamen, die er zu ihrer aller Überleben ergreift, denn sie selbst tut sich sehr schwer mit Entscheidungen und plagt sich mit einer noch bevorstehenden, sehr schwerwiegenden herum. Am Anfang passt dieser Handlungsstrang noch nicht ganz ins Konstrukt der Geschichte, fügt sich aber nach und nach ins Gesamtbild ein, was ebenfalls sehr spannend mitzuverfolgen war. Auch Harper wächst an ihrer Aufgabe die Welt zu retten und wird Stück für Stück zu einer mutigen Frau, die bereit ist für ihre Ziele ein Risiko einzugehen.

Darüber hinaus gibt es noch andere Überlebende aus dem Flugzeug, die zu wichtigen Schlüsselpersonen zur Rettung der Welt werden: Die kühle Ärztin Sabrina Schröder, der Technikfreak Yul Tan und der verzogene Milliardärssohn Grayson Shaw. Alle drei wirken am Anfang mehr als unsympathisch und suspekt und man weiß bis kurz vor dem Ende nicht, welche Ziele sie verfolgen und ob man ihnen trauen kann. Da sie nicht zu den Protagonisten gehören, sind sie etwas blassere Charaktere, mir aber trotzdem ein bisschen ans Herz gewachsen. Ich fand es einfach interessant, mehr über sie und ihre Rolle in der Geschichte zu erfahren.


♥ Schreibstil ♥

Die Geschichte wird abwechselnd aus Harpers und aus Nicks Sicht in der Ich-Perspektive erzählt. Normalerweise stört es meinen Lesefluss, wenn ein Buch in der Gegewartsform geschrieben ist, hier ist es mir zunächst gar nicht aufgefallen und hat für mich keinerlei Störfaktor dargestellt. Riddles Schreibstil ist nicht sonderlich blumig oder außergewöhnlich, aber sehr rasant, spannend und einnehmend, was perfekt zur Geschichte passt. Mal gibt es längere Sätze, die einem die Umgebung und das Geschehen bildgewaltig vor Augen führen, dann wiederum viele knappe Sätze und Wiederholungen, die die Spannung steigern und es unmöglich machen, den Lesegenuss zu unterbrechen.


♥ Fazit ♥

Ein wirklich eindrucksvoller, erschreckender und atemlos spannender Sci-Fi-Thriller, der mir gezeigt hat, dass ich wirklich häufiger mal einen Abstecher in dieses Genre wagen sollte! Dies wird definitiv nicht mein letzter Roman von A.G. Riddle sein!



Wertung: 4,5 von 5




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Kennt ihr vielleicht ähnliche Bücher aus diesem Genre, die ihr mir empfehlen würdet?

Kommentare:

  1. Ich hab jetzt nur dein Fazit gelesen, da ich das Buch erst seitvorgestern hier liegen hab und mittendrin bin.
    Und JA SciFi lohnt sich definitiv!
    Lesen viiiiiel zu wenige :D

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    1. Hab ich auch eben schon auf Insta gesehen, dass du es auch liest. ;) Meine Rezi verrät nur so viel wie auch der Buchrücken, keine Sorge :)

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