Dienstag, 9. August 2016

Fuck Reality - Kurzgeschichte Kapitel 4



Hey, hier ist der nächste Teil der Kurzgeschichte :)

Meine kleine Sommerpause ist vorbei und es geht wieder weiter mit den Posts. Ich hoffe, euch gefällt der neue Teil und wenn ihr die vorherigen Kapitel noch nicht gelesen habt, könnt ihr das hier nachholen!

Viel Spaß beim Lesen!

Küsschen, Clara





4. Kapitel

„Na immerhin etwas, an das du dich noch erinnerst, Aren!“, die Frau strahlte ihn an.
„Aber komm erstmal mit in die Küche, du musst hungrig sein!“ Als die Frau dies sagte, tauchten am Rand seines Sichtfelds seine Lebens- und Nahrungsanzeige auf. Sie waren beide sehr niedrig und er fragte sich langsam, wann er mehr von der Story mitkriegen würde, da anscheinend irgendetwas nicht zu stimmen schien. Auch die von außen zugenagelten Fenster in der Küche verhießen nichts Gutes. Die Küche war spärlich eingerichtet, mit einem massiven Holztisch, zwei Holzbänken und einer offenen Feuerstelle, über der ein Kupferkessel stand, von dem ein verlockend guter Duft ausging.
Er war erstaunt wie real sich der Geruch anfühlte und er fragte sich, wie diese enorme Verbesserung, im Vergleich zu vorherigen Spielen, ohne ein Hardware-Update* möglich war. Bei dem Geruch bekam er tatsächlich Hunger, obwohl er gerade erst gegessen hatte.
Die Frau füllte eine hölzerne Schüssel mit Eintopf aus dem Kessel und reichte ihm diese mit einem Stück Brot. Vorsichtig begann er von der Suppe zu essen und fühlte sich direkt besser. Er fand es langsam wirklich gruselig, wie realistisch das Ganze war.
Während er aß, redete die Frau auf ihn ein. Sie erzählte ihm von den ganzen Problemen die sie, also ihr Mann, sein Onkel, und sie selbst hatten, mit Räubern, die ihr Gold stahlen, wilden Tieren, die ihre Kühe und Ziegen rissen und Kobolden, die ihre Ernte klauten. Sie erzählte ihm, dass er seit dem Tod seiner Eltern mit ihnen zusammen lebte und bei dem Versuch die Kobolde zu verscheuchen, eine Schlucht hinunter gestürzt war und sich anscheinend, seinem Gedächtnisverlust nach zu urteilen, den Kopf gestoßen hatte.
Sie hatte vielleicht fünf bis zehn Minuten erzählt, als man von draußen dumpfe Schritte hörte. Auch die Frau horchte auf und er bemerkte, dass Angst in ihren Augen aufblitze.
Die Schritte wurden lauter und es klopfte an der Tür.
„Marielle, Schatz, ich bin es, mach mir schnell auf!“ Erleichtert atmete die Frau aus, als sie die tiefe Stimme von draußen hörte.
„Das ist dein Onkel“, rief sie erfreut und sprang auf, um ihrem Mann die Tür zu öffnen. Er stand auch auf und folgte der Frau misstrauisch. Als sie die Tür öffnete, schaute ihnen ein riesiger Mann freundlich entgegen, der leichte Ähnlichkeiten mit einem Bären hatte. Als er den jungen Mann erblickte, rief er freudig:
„Sie einer an, du bist von den Toten zurück gekerrgghhh...“. sein letztes Word ging in einem gurgeln unter und anstelle des Wortes trat eine Pfeilspitze aus seinem Mund hervor, die sich hinten durch seine Schädeldecke gebohrt hatte.
Der Frau entfuhr ein markerschütternder Schrei und sie zerrte die Leiche ihres Mannes, die immer noch vor ihnen stand, geistesgegenwärtig in die Hütte und trat die Tür zu. Sie brach leise wimmernd mit dem leblosen Körper im Arm auf dem Boden zusammen und machte keine Anstalten sich zu bewegen.
Er stand immer noch fassungslos bei der Tür und überlegte sich, was als nächstes zu tun sei. Er blickte durch einen Schlitz zwischen zwei Brettern hindurch, um die Lage besser einschätzen zu können, aber von draußen war weder etwas zu hören noch zu sehen.
Doch dann hörte er ein leises Knarren von den Dachdielen über ihnen und wand sich schnell um, um seine Tante zu warnen, doch es war zu spät. Durch die massiven Bretter stürzten widerliche Kreaturen in die Hütte. Zwei von ihnen landeten auf Marielle und der Leiche und brachten nun auch die Frau mit einem sichelartigen, rostigen Messer um. Er kroch zurück in eine Ecke und suchte mit seinen Händen verzweifelt nach einer Waffe. Er konnte nichts finden, das ihm irgendwie hätte helfen können. Die Kreaturen wandten ihre Aufmerksamkeit zu ihm, sie kamen ihm immer näher und einer der beiden ließ einen schweren Knüppel auf den Kopf des Jungen sausen.
Ein stechender Schmerz durchfuhr ihn und er drückte instinktiv den Optionsknopf. Es konnte doch nicht sein, dass dieser Schmerz eine Simulation war. Und tatsächlich konnte er, trotz pausiertem Zustand des Spiels, immer noch den Schmerz durch seine Adern pochen spüren.
Das Ganze ging zu weit. Es war ihm nun endgültig zu viel. Er speicherte und beendete das Spiel. Irgendetwas lief hier ganz und gar nicht mit rechten Dingen zu.




* Hardware-Update – meint eine Verbesserung an der Spielekonsole (Also wie die „Geruchstechnik“ nur durch die Verbesserung/ Veränderung durch das online gedownloadete Spiel besser sein kann.)



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen