Freitag, 19. August 2016

[Manga Review] Twin Star Exorcists - Onmyoji 01 & 02


Cover: Panini

♥ Titel: Twin Star Exorcists - Onmyoji (Band 01/02)
♥ OT: Sousei no Onmyouji
♥ Mangaka: Yoshiaki Sukeno
♥ Verlag: Panini Manga
♥ Preis: je 7,99€
♥ Seiten: 204
♥ Bände: bisher 2 (9 in Japan, laufend)
♥ Erscheinungsjahr: ab 2016 (D)
♥ Genres: Action, Fantasy, Supernatural, Demons, Comedy, Drama, Shounen
♥ Für Fans von: Blue Exorcist, Noragami, D.Gray-man, Kyoukai no Kanata


Diese Reihe hatte ich zuerst gar nicht auf dem Schirm, da ich auch noch nie einen Manga bei Panini gekauft hatte und bei näherer Betrachtung wollte mir das Artwork so gar nicht gefallen. Allerdings war mein Interesse durch den Anime, der bald erscheinen sollte, geweckt und so führte ich mir die Leseprobe zugemüte. Siehe da: Der Manga gefiel mir schon nach wenigen Seiten richtig gut und ich musste sofort den ersten Band kaufen gehen! Die Story ist nicht nur actionreich, sondern auch gnadenlos witzig. Warum ihr diesen bisher doch eher nicht so bekannten Manga auf keinen Fall verpassen solltet, erfahrt ihr hier. ;)


♥ Cover & Ausstattung ♥

Die Gestaltung ist Panini wirklich gut gelungen. Der Schriftzug sieht einfach toll aus und passt sich den hübschen Covermotiven perfekt an. Für jeweils 7,99€ bekommt man ein Ausklappposter im ersten und eine hübsche Farbseite im zweiten Band; außerdem sind die Bände richtig schön dick, weshalb ich den Preis absolut gerechtfertigt finde. Unterm Strich eine hübsche und gelungene Gestaltung, bei der Panini nicht gespart hat.


♥ Inhalt ♥

Die Unreinen, die Monster aus der fremden Welt Magano, fügen den Menschen Unheil zu. Rokuro Enmado ist ein Junge, der davon geträumt hat, der stärkste Onmyoji zu werden, der alle Unreinen läutert. Doch seit einem tragischen Zwischenfall lehnt er es ab, diesem Pfad weiter zu folgen. Er versucht ein ganz normales Leben zu führen, doch eines Tages taucht ein Mädchen namens Benio Adashino aus heiterem Himmel auf. Sie ist eine talentierte Onmyoji, und Rokuro gerät durch ihren Einfluss wieder in den Bann seines alten Traums… (Quelle: Panini)


♥ Umsetzung ♥

Twin Star Exorcists ist in erster Linie ein typischer Shounen, bietet aber gleichzeitig viele spannende und interessante Elemente, die der Geschichte die richtige Würze geben. Sei es der perfekt akzentuierte und in Szene gesetzte Humor oder die Tatsache, dass Mangaka Yoshiaki Sukeno es versteht aus dem eigentlich ausgelutschten Thema Exorzismus etwas ganz Eigenes, Faszinierendes zu schaffen. Die ersten beiden Bände der Reihe haben mich nicht nur bestens unterhalten, sie waren auch ziemlich spannend, witzig, teils albern, dann wieder emotional aufwühlend, bedrückend und düster, um schließlich zu einer niedlichen Szene zwischen Rokurou und Benio zurückzukommen. Es gibt sehr viel Backstory zu ergründen, deren Hintergründe nur nach und nach enthüllt werden und die zwar zu keinen völlig unerwarteten, aber dennoch spannenden Plottwists führen. Sukeno kann mit seinem Manga verschiede Emotionen im Leser hervorrufen und ihn die Szenen hautnah miterleben lassen.


♥ Charaktere ♥

Benio und Rokurou, die Zwillingstern-Exorzisten und Ehepaar wider Willen, sind zwei absolut liebenswerte Charaktere. Sie haben beide ihre Stärken und ihre Schwächen und in ihnen schlummern ungeheure Kräfte. Dennoch gelingt es ihnen nicht im Kampf gegen einen überlegenen Gegner ganz plötzlich und vollkommen ohne Training, irgenwelche versteckten, unbesiegbaren Kräfte hervorzubringen, wie es in anderen Shounenmangas der Fall ist. Diesen Aspekt finde ich mal ganz erfrischend, denn ich habe wirklich genug davon, wie manche Charaktere in anderen Werken ganz plötzlich alles schaffen und jeden besiegen können. Rokurou und Benio sind stark, aber nicht stark genug, um es mit den Schatten von Magano aufnehmen zu können. Beide wollen stärker werden und arbeiten zunächst gegeneinander, doch mit der Zeit lernen sie, wenn auch widerwillig, sich gegenseitig zu vertrauen und sich zu unterstützen. Ihre Entwicklung ist schön mitzuverfolgen und auch recht spannend. Besonders gefällt mir, dass die beiden einfach wie Feuer und Wasser sind und trotzdem zusammen ein Ganzes bilden.

Auch die Nebencharaktere habe ich schnell in mein Herz geschlossen, auch wenn viele davon leider noch ziemlich farblos geblieben sind. Das kann sich aber natürlich in den Folgebänden noch ändern. Allen voran Mayura, Rokurous Sandkastenfreundin, mag ich total gerne. Nicht nur ihr Character Design ist einfach toll, sondern sie ist auch noch einfach super lieb, niedlich und möchte nur das Beste für Rokurou. Von Anfang an merkt man, dass sie etwas für ihn übrig hat, was einen bittersüßen Geschmack in mir hinterlassen hat. Einerseits möchte man sie glücklich sehen und sie hätte es wirklich verdient mit ihm zusammenzukommen, aber andererseits stimmt die Chemie zwischen Benio und ihm einfach und man möchte gar kein anderes Pairing sehen (was aufgrund der Prophezeiung wohl auch nicht passieren wird).


♥ Artwork (Zeichnungen) ♥

Auf den ersten Blick haben mir die Zeichnungen so gar nicht gefallen, auf den zweiten dafür umso mehr! Der Zeichenstil ist vielleicht etwas eigenwillig, passt aber sehr gut zur Story des Mangas und gerade in größeren Panels zeigt sich, welches zeichnerische Talent in Sukeno steckt. Sein Stil ist sehr dynamisch, actionreich und doch detailliert. Gerade Gesichter und Emotionen kann der Mangaka so fantastisch darstellen, dass man die Emotionen der Charaktere fühlt und mitweinen möchte. Besonders gefällt mir auch das bunte Artwork auf den Covern und Farbseiten - die knalligen, düsteren Farben haben einfach was. ♥


♥ Vergleich zum Anime ♥

Der seit Frühling 2016 laufende Anime zu Sousei no Onmyouji soll am Ende ganze 50 Episoden umfassen und adaptiert die Handlung darum sehr umfassend. Dennoch sollte man den Manga deutlich vom Anime differenzieren. So bringt Studio Pierrot schrecklich viele Filler und ganze Fillerepisoden ein, um den Anime zusätzlich zu strecken - leider auf Kosten der Spannung. Zwar sind bislang alle Schlüsselszenen und Kernereignisse eingebracht worden, allerdings sehr viel anders angeordnet. Vieles ist komplett durcheinandergeraten, was mich schon stört, da es einfach keinen Sinn hat, es auf diese Weise unnötig durcheinanderzuwirbeln. Zum anderen geht im Anime auch sehr viel gute Comedy verloren, die im Manga gegeben ist. Ganze Szenenausschnitte werden einfach weggelassen oder durch flache Witze ersetzt, was einfach schade ist. Auch die Qualität der Animationen ist nicht immer stetig und weist in einigen Folgen erhebliche Mängel auf - ein negativer Nebeneffekt der 50 Episoden, die alle innerhalb eines bestimmten Budgets produziert werden müssen. Trotzdem ist es schön, die Abenteuer von Rokurou und Benio animiert und in Farbe erleben zu dürfen, denn der Anime ist trotz seiner Schwächen immer noch unterhaltsam. Da der Manga aber um einiges epischer, lustiger und spannender ist, würde ich ihn jederzeit der Animeserie vorziehen.


♥ Fazit ♥

Ein wirklich spannender und witziger Manga, der mich positiv überrascht hat! Der Zeichenstil ist definitiv nicht 08/15 und die Story bis jetzt sehr vielversprechend. Eine große Empfehlung meinerseits.



Bewertung: 4,5/5



Band 03 bereits erhältlich!

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