Mittwoch, 9. November 2016

[Manga Review] Black Clover 01 - Der Schwur des Jünglings


Vorab ein Dankeschön an den Tokyopop Verlag für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.


Cover: Tokyopop
♥ Titel: Black Clover 01
♥ OT: Black Clover 01
♥ Mangaka: Yuki Tabata
♥ Verlag: Tokyopop
♥ Preis: 4,95€ (nur Erstauflage, TB)
♥ Seiten: 192
♥ Bände: bisher 1 (9 in Japan, laufend)
♥ Erscheinungsjahr: ab 2016 (D)
♥ Genres: Action, Comedy, Fantasy, Magic, Shounen
♥ Für Fans von: Seven Deadly Sins, My Hero Academia, Fairy Tail, Naruto

Neben Romance, Fantasy und Psychological bin ich auch ein großer Fan klassischer Shounen- Manga, weshalb mich Black Clover von Anfang an sehr gereizt hat. Erwartet habe ich keine sonderlich innovative, aber unterhaltsame und actionreiche Story, die ich letztendlich auch genau so bekommen habe.



♥ Cover & Ausstattung ♥

Das Cover trifft nicht gerade meinen Geschmack, spiegelt aber die Geschichte des Mangas perfekt wider und macht Lust auf ein Abenteuer voller Action und Magie. Zwischen all den Braun- und Grautönen sind es nur die hellgrünen Augen des Protagonisten und das türkisfarbene Amulett, die hervorstechen, was insgesamt ein sehr stimmiges Bild entstehen lässt, jedoch nicht zu farblos wirkt. Es sind keine Farbseiten enthalten, aber die Erstauflage des ersten Bandes kann man für ein ganzes Jahr zum Einstiegspreis von 4,95€ erstehen. Im Rahmen der neuen Aktion Shounen Attack liegt dem Manga außerdem ein Stickerbogen bei, der in meinem Rezensionsexemplar allerdings leider nicht vorhanden ist.


♥ Inhalt ♥

Asta und Yuno könnten unterschiedlicher nicht sein. Während Asta tollpatschig, laut und ohne magische Fähigkeiten ständig für Aufruhr sorgt, ist Yuno stets besonnen, ruhig und besitzt ein angeborenes Talent für Magie. Doch ein Versprechen verbindet sie, denn sie wollen beide König der Magier werden und geben alles dafür, ihr Ziel zu erreichen. Und so kommt es, dass aus den Kindheitsfreunden Rivalen werden.

Text: Tokyopop


♥ Umsetzung ♥

Black Clover ist in einer etwas altertümlichen Fantasywelt angesiedelt, ähnlich der von Fairy Tail oder Naruto. Die Menschen verfügen über Magie, die es ihnen erlaubt gegen Dämonen und andere böse Kreaturen zu bestehen. Die Adligen und Wohlhabenden tragen jedoch meist stärkere Magie in sich, weshalb sie die "niederen Bürger" und Armen diskriminieren und verspotten. Das Thema ist definitiv nicht neu und greift das heutzutage leider immer noch sehr präsente Problem von Rassismus und unterschiedlich gesellschaftlichem Status in seiner eigenen Art und Weise auf, jedoch ist die Problematik im Manga gut umgesetzt und passt in die Geschichte. Asta als Waisenjunge hat es dadurch sehr schwierig sich zu behaupten und auch sein Freund Yuno, der eigentlich über stärkere Kräfte verfügt als jeder Andere seines Alters, muss sich immer wieder mit Spott und seiner angeblichen Minderwertigkeit herumschlagen.

Das allererste Kapitel las sich wie ein typischer Einstieg in einen typischen Shounen- Manga: Der übereifrige, mutige Protagonist wird vorgestellt, ebenso die wichtigsten Charaktere und ein wenig Backstory. Der Protagonist erhält dann seine speziellen Kräfte, woraufhin seine Reise/ Ausbildung beginnt und er zu seinem großen Abenteuer aufbricht. Ich hatte nichts anderes von diesem Manga erwartet, daher sind meine Erwartungen vollends erfüllt worden. :D Das Erzähltempo fand ich jedoch sehr spannend und die Idee rund um Astas Kräfte mehr als gelungen, sodass ich direkt Lust auf mehr bekommen habe.

In den nachfolgenden Kapiteln wird das Augenmerk dann hauptsächlich auf die Eignungsprüfung zur Aufnahme bei den Rittern und Astas Eintritt in den Ritterorden "Schwarzer Stier" gelegt, was mich sehr stark an My Hero Academia erinnert hat. Dieser Teil der Geschichte hat mir leider nicht ganz so gut gefallen, da die Handlung etwas vor sich hinplätschert und für mich an Spannung verloren hat. Da der erste Band allerdings nur den Einstieg zu einer längeren Shounen-Serie darstellt und damit die Welt und die Charaktere von Black Clover etwas vorstellen möchte, empfinde ich dies als nicht so schlimm. Vor allem, da der Manga in den letzten zwei Kapiteln schon wieder ordentlich an Fahrt aufnimmt.

Neben Asta gibt es einen weiteren Neuling: Noelle, eine Adlige, die jedoch ihre magischen Fähigkeiten kaum unter Kontrolle hat. Man lernt sie kurz etwas kennen, was schon recht emotional wird, da sie mit starkem Selbstzweifel zu kämpfen hat, bevor sie und Asta zu ihrem ersten Auftrag aufbrechen dürfen. Dieser wirkt zunächst sehr harmlos, entpuppt sich jedoch schnell als etwas sehr viel Größeres, Gefährliches, dem die Beiden noch gar nicht gewachsen sind. Da die Handlung erst im letzten Kapitel so richtig an Fahrt aufnimmt und dort auch mitzureißen weiß, endet der Band mit einem fiesen Cliffhanger, der wirklich Lust auf den nächsten Band macht.


♥ Charaktere ♥

Leider etwas stereotypisch, aber liebenwert! Im ersten Band lernen wir vor allem den Protagonisten Asta und seinen Kindheitsfreund Yuno kennen, die von grundauf verschieden sind. Asta ist der typische Shounen-Held: Aufbrausend, stur, willenstark, mutig und mit einer unerschöpflichen Energie ausgestattet. Obwohl er keinen Funken magischer Kraft in sich trägt, gibt er niemals auf und arbeitet härter als jeder Andere. Auch das hat mich wieder stark an My Hero Academia erinnert, denn beide Hauptcharaktere verfolgen ein Ziel, das zunächst ausweglos erscheint und von niemandem ernstgenommen, sogar verspottet wird. In Astas Fall ist dieses Ziel König der Magier zu werden und die Menschheit zu beschützen. Sein Freund Yuno, der am gleichen Tag wie Asta vor der Kirche ausgesetzt worden ist, teilt dieses Bestreben mit ihm, was sie nicht nur zu unzertrennlichen Freunden, sondern auch zu Rivalen gemacht hat. Dadurch fokussiert sich die Einführung der Geschichte stark auf das Verhältnis zwischen den beiden Jungen.

Im Gegensatz zu Asta verfügt Yuno jedoch über eine überdurchschnittlich mächtige Form der Magie, mit der er das "Grimoire des Vierblättrigen Kleeblattes" erlangen konnte, weshalb er als Nachfolger des Königs der Magier gehandelt wird. Yuno ist längst nicht so albern wie sein Freund, eher introvertiert, aber hilfsbereit und gutaussehend. Ich hoffe, dass wir noch sehr viel mehr über ihn und seine mysteriöse Vergangenheit in Erfahrung bringen werden und er im späteren Verlauf der Geschichte Seite an Seite mit Yuno zusammenkämpfen wird. Eine enge, rivalisierende Männerfreundschaft ist ja an sich auch nichts Neues, man siehe Natsu und Gray aus Fairy Tail oder Izuku und Katsuki aus My Hero Academia, den ich hier schon oft genannt habe, allerdings finde ich die Beziehung zwischen Yuno und Asta wirklich interessant. Obwohl man aus der Ferne betrachtet eher denken würde, dass diese Beiden sich nicht viel zu sagen haben, so stehen sie sich doch, bedingt durch ihre gemeinsame Vergangenheit, sehr nahe, geben sich gegenseitig Mut und stehen für den Anderen ein.

Als drittwichtigsten Charakter würde ich momentan Noelle Silva bezeichnen, die nach Asta der zweite Neuling im "Orden des Schwarzen Stiers" ist. Jeder Shounen-Manga braucht nun mal auch die obligatorische weibliche Hauptfigur. ;) Man könnte Noelle als aufbrausend, arrogant, überheblich, egoistisch und frech beschreiben, jedoch sucht sie tief in ihrem Inneren die Anerkennung Anderer, da sie von Kindesbeinen an nur auf Ablehnung durch ihre Familie gestoßen ist. Da sie ihre magischen Kräfte nicht kontrollieren kann, schämt sie sich und leidet unter starken Minderwer- tigkeitskomplexen, stößt ihre Mitmenschen immer zurück, aus Angst, Zurückweisung zu erfahren. Schon im ersten Band merkt man allerdings, dass in ihr auch Gutes steckt und der Orden sie auf den richtigen Weg lenken kann.

Sowohl Noelle als auch Asta haben in ihrem Orden endlich das Gefühl anerkannt und bewundert zu werden. Dort sind viele Magier gestrandet, die ebenfalls über Fehler verfügen und auf Ablehnung gestoßen sind, wodurch sie sich gegenseitig aufbauen und wie eine kleine Familie wirken. Allen voran den vollkommen bekloppten Magna Swing, der von beiden Neulingen sofort hellauf begeistert ist und ihnen so das Gefühl gibt, einen Platz in der Welt gefunden zu haben, habe ich direkt ins Herz geschlossen. Bis jetzt wirken aber alle Mitglieder des Ordens recht sympatisch, wenn auch vollkommen verrückt, was ich echt toll finde - ich liebe bekloppte Charaktere. :D Hoffentlich werden sie auch noch ein wenig mehr beleuchtet.


♥ Zeichnungen/ Artwork ♥

Nicht besonders hübsch, aber passend zur Geschichte, finde ich. Der Stil hat mich an einigen Stellen stark an Seven Deadly Sins erinnert; allen voran die Gesichter machen einen sehr ähnlichen Eindruck. Meinen Geschmack treffen Yuki Tabatas Zeichnungen, wie auch schon beim Cover, leider nicht, dennoch sind sie sehr detailreich und die Charaktere kann man super auseinanderhalten, was ich immer sehr wichtig finde. Leider ist das nämlich nicht in jedem Manga der Fall. Spannung und Emotionen weiß der Mangaka ebenfalls rüberzubringen, weshalb ich objektiv gesehen nichts am Stil auszusetzen habe.


♥ Fazit ♥

Es ist noch deutlich Luft nach oben, aber der erste Band von Black Clover hat mir schon mal gut gefallen und der Cliffhanger am Ende macht wirklich neugierig auf den nächsten Band. Ich werde mir diesen auf jeden Fall kaufen. Ein Manga, der das Rad nicht neu erfindet, aber zu unterhalten weiß.



Wertung: 3,5/5




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