Mittwoch, 13. Januar 2016

Welche Maske darf es sein, Sir? - Kurzgeschichte Teil 2


Hey ihr kleinen süßen Dangos,

hier kommt auch schon der zweite Teil von meiner Kurzgeschichte. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen und freue mich natürlich wie immer über Rückmeldungen! <3

Küsschen, Clara

PS: Hier gehts zum ersten Teil :D

-2-

„Ich heiße George Smith und ich wohne eigentlich in England, in London, um genau zu sein. Wir sind hier in Deutschland auf Familienbesuch, weil meine Mutter halb Deutsche ist. Wir sind erst seit vorgestern hier. Und die Menschen, die mich verfolgt haben, ehh, um ehrlich zu sein, weiß ich auch nicht so genau, wieso sie das taten.“
Ein Blick in Beatrice' Gesicht verriet mir, dass sie mir nicht wirklich zu glauben schien, aber sie sagte nichts dazu.
Stattdessen sagte sie: „Dafür, dass du in England wohnst, sprichst du echt gut Deutsch.“
„Ja, meine Mutter spricht ausschließlich Deutsch mit mir.“
„Ehrlich gesagt bin ich ein bisschen enttäuscht. Ich hatte jetzt mindestens wütende Drogendealer oder etwas ähnliches erwartet, nach der Panik zu urteilen, die du hattest, als wir uns getroffen haben.“ Sie zog einen übertriebenen Schmollmund.
Ich lächelte verlegen und antwortete: „Tut mir leid, so aufregend bin ich nicht. Das hier ist eigentlich das Aufregendste, das mir seit langem passiert ist. Meine Mutter ist sehr auf meine Ausbildung bedacht und ich gehe auf ein Jungeninternat außerhalb von London, in ’the middle of nowhere’, wenn du verstehst, was ich meine?!“
Sie lächelte und nickte abwesend. Sie schwieg und schaute aus dem Fenster, neben dem wir saßen, eindeutig in ihre Gedanken vertieft. Ich hatte endlich Zeit nach der ganzen vorherigen Aufregung, sie mir etwas genauer anzuschauen.
Sie war relativ groß, wobei die meisten Deutschen im Vergleich zu Engländern groß waren. Sie hatte lange wasserstoffblond gefärbte Haare, die sie in einem aufwendig geflochtenen Seitenzopf trug. Das, was am meisten auffiel in ihrem Gesicht, waren die hellgrauen wachsamen Augen, die einem direkt in die Seele zu schauen schienen. Ihre Augen ließen außerdem vermuten, dass sie nicht komplett deutsch war und einer ihrer Elternteile asiatisch war. Sie saß kerzengerade und hielt ihren Kopf hoch erhoben wie jemand, dem es an Selbstvertrauen nicht mangelte.
Plötzlich lehnte sie sich zu mir hin und grinste breit, wobei eine Reihe perfekter Zähne zum Vorschein kamen.
„Ich werde dein Geheimnis schon noch heraus finden, Mr. Smith.“, sie zog eine Augenbraue hoch und schaute mir direkt in die Augen, als würde dort die Antwort stehen.
Ich lachte etwas irritiert und antwortete: „Lieber nicht, hinterher missfällt dir noch, was du heraus findest.“ Ich musste schleunigst das Thema wechseln.
„Wo sind wir hier überhaupt?“, versuchte ich so beiläufig wie möglich zu fragen und setzte eine engelsgleiche Miene auf.
Langsam, ohne den Blick von mir abzuwenden, setzte Beatrice sich wieder auf. Sie erinnerte mich ein bisschen an eine Raubkatze, die ihre Beute beobachtete.
Doch dann lächelte sie und, als wäre nichts gewesen, antwortete sie: „Das hier ist mein Lieblingsplatz in der ganzen Stadt. Unten die Buchhandlung hast du ja gesehen und das Café hier oben ist nur für Stammgäste, also fühl dich geehrt. Ich hab den Laden selbst erst vor ein paar Monaten entdeckt, meine Freunde denken alle, ich wäre verrückt und Buchhandlungen wären aus dem letzten Jahrhundert, aber ich liebe diesen Laden einfach trotzdem! Die vielen Bücher, der Geruch nach Papier, das Geräusch von Seiten, die umgeblättert werden.“
Sie lächelte verlegen und fügte hinzu: „Du denkst wahrscheinlich auch, ich bin total altmodisch und werde einsam sterben.“
Ich musste grinsen. Irgendwie wurde mir dieses Mädchen immer sympathischer.
„Naja, ganz so schlimm denke ich nun nicht, aber du siehst trotzdem nicht besonders wie ... wie sagt man das nochmal auf Deutsch ... eine Leseratte aus.“
Sie lächelte als Antwort nur wissend und wechselte das Thema.
„Wo wohnst du, während du hier in Deutschland bist?“, fragte sie.
„Wir übernachten bei Verwandten.“
Wir redeten weiter einige Zeit über belanglose Dinge, bis ich nach einem Blick auf mein Handy feststellte wie spät es war.
„Oh, ich muss bald zurück sein, sonst schickt meine Mutter noch die Leibgarde, um mich zu suchen. “, sagte ich leise zu mir selber.
Bea lachte kurz auf und sagte dann: „Deine Mutter scheint ja wirklich sehr besorgt um dich zu sein, du Armer. Bist du nicht schon ein bisschen zu alt, um so bemuttert zu werden?“
„Ja, eigentlich schon, “, antwortete ich ernst. „Aber nachdem meine Schwester in einem Autounfall starb, lässt mich meine Mutter kaum noch aus den Augen. Es ist zwar nervig, aber ich möchte ihr nicht noch mehr Sorgen bereiten, deswegen lasse ich das meiste über mich ergehen.“
Bea sah schockiert aus.
„Oh, das tut mir leid! Tut mir leid ich, hätte nicht so unhöflich sein dürfen.“
„Schon okay, das konntest du ja nicht wissen. Trotzdem sollte ich jetzt gehen. Was schulde ich dir für den Kaffee?“, ich lächelte Bea an, um ihre Unsicherheit zu zerstreuen. Sie machte nur eine wegwerfende Handbewegung und lächelte zurück.
Ich stand auf und wandte mich in Richtung Wendeltreppe. Auch Bea sprang auf und ging vor mir her. Sie hatte sich wohl gedacht, dass ich alleine nicht mehr rausfinden würde, durch das Bücherlabyrinth, wofür ich ihr sehr dankbar war.

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Kommentare:

  1. Haha, ich mag Bea irgendwie voll! :D Und in diesem Bücherlabyrinth würde ich echt gerne wohnen... aber das dachtest du dir wahrscheinlich schon ;)

    ♡♡♡♡

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    1. Natürlich kleiner Lenafant, ich dachte ich muss meinen E-Book Ausrutscher etwas gut machen :*

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  2. Bitte sag mir diesen Laden gibt es echt! =D Ich werde gerne sofort zum Stammgast um altmodisch zu sein und einsam zu sterben. xD Ich finde Bea total toll beschrieben und in meinem Kopf ist sie gerade total hübsch. Fehlt eigentlich nur noch eine Beschreibung von Georges Aussehen. *-* Wirst du nur aus der Sicht vom ihm schreiben oder auch mal zu ihrer wechseln? Ich bin auf deine Updates gespannt! ;-)

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    1. Haha nein leider nicht das ich wüsste, aber sowas in der Art gibt es bestimmt, muss man nur ein bisschen suchen ^^
      Ich stell mir sie auch voll hübsch vor, son bisschen in Richtung Mode-Püppchen, das man eigentlich nicht in so einem Laden erwarten würde.
      Ich glaube das wird sich im nächsten Teil beantworten :D
      LG :*

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    2. Oh die Geschichte gefällt mir super und ich bin schon tierisch gespannt wie er aussieht, ich hab da schon so eine Ahnung wer er sein könnte :) ich bin dann mal bei Teil 3 und werde altmodisch "lach"

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    3. Hehe da bin ich ja mal gespannt ob du richtig erraten hast ^^ na noch sind wir nich sooo altmodisch ;)

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