Donnerstag, 18. Januar 2018

[Rezension] Die Blutkönigin (Sarah Beth Durst)






♥ OT: The Queen of Blood
♥ Reihe: Band 1/3
♥ Autor: Sarah Beth Durst
♥ Verlag: Penhaligon
♥ Preis: 15€ (Klappenbroschur)
♥ Erscheinungsjahr: Oktober 2017
♥ Seiten: 544
♥ Genres: High Fantasy


Derzeit lese ich unglaublich gerne Fantasy, vor allem High Fantasy mit Königreichen und Magie! Die Blutkönigin fällt genau in diese Kategorie und klang sehr vielversprechend, also musste ich dieses Buch unbedingt lesen. Wie es mir letztendlich gefallen hat, erfahrt ihr in dieser Rezension... ;)




Achtung! Sowohl die Inhaltsangabe auf dem Backcover als auch der Klappentext innen enthalten inhaltliche Fehler/ Ungenauigkeiten, die die Erwartungen an das Buch beeinflussen könnten.


Sie ist die größte Königin aller Zeiten – doch zu welchem Preis? Daleina gehört zu den wenigen Frauen, die über die Gabe verfügen, die Elementargeister zu kontrollieren, die das Königreich Renthia terrorisieren. Diese Frauen werden Königin – oder sterben bei dem Versuch, zerfetzt von den Klauen und Zähnen der Elementare. Daleina ist bei weitem nicht die mächtigste der potentiellen Erbinnen der Königin. Doch dann wird ausgerechnet jener Mann ihr Mentor, der die amtierende Königin liebt – und von ihr verraten wurde…

Text & Cover: Penhaligon


Zwar mag ich die natürliche Optik der Originalcover sehr gerne, doch auch die deutsche Variante erscheint mir unheimlich passend zum Inhalt des Buches. Die Klappenbroschur ist überwiegend in schlichtem Weiß gehalten. Auf dem Cover sind lediglich die kahlen weißen Äste eines Baumes zu sehen, die seitlich hinaufragen und sich durch die mit Spotlack hervorgehobenen Buchstaben des Titelschriftzuges ranken. Sie wirken lebendig, obwohl das Farblose auf den ersten Blick eher den gegenteiligen Eindruck erweckt. Den einzigen Farbtupfer bilden vereinzelte blutrote Blätter und Blüten. Besonders gefällt mir, dass die Abbildung am Rand des Covers nicht etwa abgeschnitten ist, sondern sich noch über den Buchrücken auf das gesamte Backcover erstreckt. Im Inneren des Buches befindet sich außerdem eine Karte hinter den Klappen. Insgesamt einer sehr schlichte, aber großartige Gestaltung!


Der Klappentext hat mich sehr in die Irre geführt, denn irgendwie hatte ich mir etwas anderes vom Buch erwartet. Als ich anfing zu lesen, beschlich mich noch die Befürchtung, dass Daleina ganz typisch als Waise aufwachsen würde, in allem die beste und tollste ist und sich schließlich in ihren Meister verliebt -  doch bin ich positiv überrascht worden! Sarah Beth Durst verzichtet vollständig auf Clichés und hat dabei ihre ganz eigene, atemberaubende Welt erschaffen. In Renthia existieren fünf Königreiche, die sehr naturverbunden sind. Ganze Dörfer wurden in den hohen Bäumen der Wälder errichtet und sind mit so genannten Drahtwegen, einer Art Seilbahn, verbunden. Diese Vorstellung finde ich schlicht faszinierend und großartig. Neben den Menschen und Tieren leben dort auch zahlreiche Naturgeister - Wesen aus Wasser, Erde, Feuer, Luft, Holz und Eis - die nur von zwei Bedürfnissen angetrieben werden: Zu erschaffen und zu zerstören. Sie möchten der Natur und ihrer Umgebung Leben einhauchen und gleichzeitig die Menschen, die dort leben, vernichten. Um jedoch das Gleichgewicht zu erhalten und die Menschen vor dem Zorn der Geister zu beschützen, verfügen einige Frauen und Mädchen über besondere Kräfte, mit denen sie die Geister kontrollieren, ihren Willen lenken können. Die mächtigste von ihnen ist die Königin, die selbst alte und sehr mächtige Geister befehligen und besänftigen kann. Sobald diese stirbt, erwählen die Geister eine neue Königin aus zahlreichen Thronanwärterinnen, jungen Frauen, die ihr halbes Leben lang ihr besonderes Gespür für die Geister trainiert und perfektioniert haben.

Die Geschichte ist recht komplex, steckt voller Wendungen, Geheimnisse und auch Intrigen. Zwischen den Seiten versteckt sich ein episches Abenteuer: Alleine die Handlung des ersten Bandes erstreckt sich bereits über viele Jahre hinweg, denn wir lernen die Protagonistin Daleina als kleines Mädchen kennen und begleiten sie auf ihrem Weg des Erwachenwerdens. Als sie zehn Jahre alt ist, wird ihr Dorf von Geistern angegriffen. Nur ihre Familie überlebt wie durch ein Wunder, weil in ihr Kräfte erwachen, die bislang verborgen waren. Daleina schwört sich daraufhin Königin zu werden, um das Königreich Aratay vor weiteren Tragödien zu bewahren. Sie nimmt an der Eignungsprüfung teil und verbringt ihre Jahre an jener Akademie, an der die möglichen Thronanwärterinnen ausgebildet werden. Dies hat mich irgendwie an Harry Potter erinnert, nur im Schnelldurchlauf, denn die Autorin hält sich nicht allzu lange daran auf. Später kommt Daleina bei einem Meister in die Ausbildung, reist durch das Land und kehrt schließlich zu den Thronprüfungen in die Hauptstadt zurück. Der erste Band behandelt eigentlich schon genug Stoff für eine komplette Buchreihe und bildet somit eine großartige Basis für die weiteren Teile.

Natürlich gibt es auch eine Liebesgeschichte, diese spielt sich allerdings eher im Hintergrund und nicht zwischen Daleina und ihrem Meister ab, wie man vielleicht durch den Klappentext vermuten könnte. Ven ist bereits ein gutes Stück älter als die Protagonistin und sie verbindet eine reine Meister-Schülerin-Beziehung, was ich sehr erfrischend fand. Die tatsächliche Liebesgeschichte ging mir dann allerdings zu schnell und konnte mich nicht überzeugen. Ich habe beim Lesen kaum Emotionen gespürt. Generell konnte mich das Geschehen um Daleina einfach nicht richtig berühren, obwohl das Buch an sich spannend und fantasievoll geschrieben ist. Es fiel mir schwer richtig mitzufiebern, da sich Daleinas Weg zu den Thronprüfungen im Schnelldurchlauf abspielt und mich die Gefühle der Charaktere nicht wirklich erreichen konnten. Erst gegen Ende habe ich wirklich etwas gespürt, mit Daleina gelacht, geweint und gelitten. Besonders gefallen hat mir aber, dass hier mal kein Survival Game á la Panem oder Game of Thrones im Mittelpunkt steht, bei dem jeder gegen jeden kämpft, um am Ende als Sieger hervorzugehen. Die Kandidatinnen gehen friedlich miteinander um und arbeiten zusammen, um das Land zu beschützen und die bestmögliche Königin hervorzubringen.


Daleina ist eine sehr starke Protagonistin. Auf den ersten Blick ist sie zwar weit davon entfernt eine mächtige Kandidatin oder gar eine Favoritin auf den Thron zu sein, doch gerade deshalb wird sie auch häufig von ihrem Umfeld unterschätzt. Obwohl ihre Technik tadellos ist, mangelt es ihr an Talent, das sie durch hartes Training ausgleichen muss. So liegen ihre Stärken nicht in der reinen Macht Geister kontrollieren zu können, sondern in ihrem Sinn für Strategie, Zusammenarbeit und alternative Lösungswege. Es macht einfach Spaß Daleina auf ihrem Weg zu begleiten, mitzuverfolgen, wie sie nach und nach besser wird, an sich arbeitet und niemals aufgibt. Abgesehen von ihrem fehlenden Talent scheint sie allerdings keinerlei Schwächen zu haben. Selbstlos, zielstrebig und aufgeschlossen, wie sie ist, war sie mir direkt sympathisch, doch fehlen die Ecken und Kanten, die eine gute Protagonistin für mich ausmachen. Ihr Charakter wirkte nicht greifbar, geradezu flach. Sie ist wohl keine Romanfigur, die mir lange im Gedächtnis bleiben wird, und das ist sehr schade.

Neben Daleina gibt es noch zahlreiche weitere Charaktere, die ich beim Lesen aber fast alle als eindimensional empfunden habe. Eine Ausnahme bietet Königin Fara, die uns tief in ihre Gedankenwelt blicken lässt. Auch Ven, Daleinas Meister, ist eigentlich eine interessante Figur, jedoch ist mir seine Persönlichkeit nicht genügend ausgearbeitet worden. Daleinas Love Interest wird nicht allzu genau unter die Lupe genommen und hat einen vergleichsweise späten Auftritt, weshalb sein Charakter leider sehr blass bleibt. Trotzdem fand ich die Romanze und das Zusammenspiel der beiden ganz süß. Die Nebencharaktere haben leider nur wenig Raum sich zu entfalten, sodass man über Daleinas Familie und ihre zahlreichen Freundinnen aus der Akademie kaum etwas erfährt. Ich konnte sie bis auf wenige Ausnahmen nicht auseinanderhalten und auch keine Bindung zu ihnen aufbauen. Hier mochte ich Merecot am liebsten, da man bei ihr anfangs die typische "Schulzicke" und Widersacherin erwartet, dieses Cliché aber doch umgangen wird. Von allen Anwärterinnen, die man kennenlernt, hat sie mit Abstand am meisten Persönlichkeit und Wiedererkennungswert.


Ein personaler Erzähler berichtet aus mehreren Perspektiven, die sich immer wieder abwechseln, sodass man einen sehr umfassenden Blick auf die Ereignisse bekommt. Dursts Schreibstil liest sich sehr flüssig, spannend und voller tiefgründiger Formulierungen. Man muss einfach immer weiterlesen, denn es wird nie langweilig und kein Satz ist zu viel. Leider spart die Autorin aber eher an Beschreibungen. Einige Schauplätze, wie zB die Dörfer und die Akademie, konnte ich mir noch recht gut vorstellen, weniger aber die Drahtwege oder den Palast. Besonders rar gesät sind Informationen zum äußeren Erscheinungsbild der Charaktere. Zwar ist es gut, wenn der Fantasie des Lesers noch Raum für eigene Vorstellungen gelassen wird, jedoch mangelte es mir einfach an genaueren Ausführungen, einem visuellen Anreiz. Ich hatte beim Lesen oft kein Bild vor Augen, wie etwas oder jemand aussehen könnte.


Mit Die Blutkönigin ist Sarah Beth Durst ein wirklich spannender Auftakt mit einem großartigen Weltentwurf gelungen, der vollkommen ohne Clichès auskommt. Durch innovative Ideen und zahlreiche Wendungen konnte mich die Geschichte immer wieder überraschen und begeistern, aber leider erst viel zu spät richtig mitreißen. Die Schwächen liegen eindeutig in den vielen eindimensionalen Charakteren, zu denen ich einfach keinen Bezug herstellen konnte. Ich hoffe, dass der zweite Band genauso episch und mitreißend wird wie der erste geendet hat.

Übrigens: Wie man in der Danksagung hinten im Buch nachlesen kann, hatte die Autorin eigentlich zuerst den zweiten Band geschrieben und Die Blutkönigin gar nicht als Teil ihrer Reihe eingeplant. Daleinas Geschichte entstand nachträglich und wurde dann zum ersten Band der Reihe ernannt. Ich bin also sehr gespannt, was im nächsten Buch passieren wird und ob es dann wohl so richtig losgeht!






Ein Dankeschön für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars geht an das Bloggerportal und:






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Die Reihe:




Die Erscheinungstermine für die nächsten Bände der Königinnen von Renthia stehen zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest.



Originalcover:




Die ersten beiden Bände sind bereits auf Englisch erschienen. Band 3 folgt im Mai 2018.



Weitere Meinungen:






♥♥♥










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Kommentare:

  1. Hey Lena
    Du machst mich mit deiner Rezension richtig neugierig auf das Buch. Mir persönlich gefällt mir das deutsche Buch Cover besser.

    LG Barbara
    My Book&Serie&Movie Blog

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    1. Hey Barbara,

      ich finde ja beide toll und sie passen auch beide gut zum Inhalt. Das Buch könnte die gefallen, ist wie eine friedvollere Version von "Der schwarze Thron". Also so ein bisschen^^

      Liebe Grüße
      Lena ♡♡♡

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    2. Hey Lena
      Das hört sich gut an. Ich habe eh vor das Buch zu lesen. Ich weißt wann ich lese.

      LG Barbara

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    3. Hoffentlich gefällt es dir dann! ♥♥♥

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