Mittwoch, 21. Februar 2018

[Rezension] Eonvár - Zwischen den Welten (Kat Rupin)





♥ OT: /
♥ Reihe: 1/?
♥ Autor: Kat Rupin
♥ Verlag: Zeilengold
♥ Preis: 14,90€ (TB), 4,99€ (eBook)
♥ Erscheinungsjahr: Oktober 2017
♥ Seiten: 330
♥ Genres: Fantasy, New Adult


Ich habe mal wieder einen Debutroman unter die Lupe genommen. Das eBook wurde mir freundlicherweise von der Marketingagentur Spread & Read zur Verfügung gestellt. Wie es mir gefallen hat, erfahrt ihr in dieser Rezension... ;)





Nichts vermag die toughe Elisa zu stoppen. Weder die Hindernisse des Alltags noch das raue Leben in der Großstadt. Plötzlich taucht ihr lange verschollener Jugendfreund Gabriel auf und mit ihm die Chance, in einer magischen Welt voller Abenteuer zu leben. Elisa steht vor einer schweren Entscheidung. Nur wer sich vollkommen von der irdischen Welt trennt, darf in Eonvár bleiben. Doch ist das Leben als Hexe und ohne Rollstuhl wirklich das, was sie sich wünscht? Kann sie die Menschen, die sie liebt, zurücklassen? Statt eine Wahl zu treffen, beginnt Elisa ein gefährliches Doppelleben zwischen den Welten.

Inhalt & Cover: Zeilengold


Ich war von Anfang an begeistert von diesem Cover, denn es sieht einfach magisch aus! Wir blicken direkt in eine dunkle Häusergasse, in dessen Zentrum sich das Portal in eine andere Welt befindet. Dieses gibt den Blick frei auf Eonvár mit seiner blühenden Natur und zersplittert an den Rändern in viele kleine glänzende Scherben, die aus dem Cover herauszufliegen scheinen. Der starke Bezug zum Inhalt und die bläuliche Farbgebung ergeben ein hübsches Gesamtbild, das perfekt zur Geschichte passt. Genau so wird das Portal im Buch beschrieben. Besonders gut gefällt mir auch der aufwendig gestaltete Schriftzug des Titels, der sich sehr schön in die verwunschene Atmosphäre einfügt. Da ich nur das eBook besitze, kann ich zur weiteren Aufmachung des Taschenbuchs leider nichts sagen.


Spät abends hatte ich eigentlich vor nur kurz hineinzulesen, doch die ersten Seiten des Buches haben mich direkt gefesselt. Wir lernen die junge Studentin Elisa kennen, die nach einem Unfall an den Rollstuhl gefesselt ist und sich trotzdem irgendwie durchs Leben schlägt. Ihre Beeinträchtigung im Alltag wird dabei durchweg sehr realitätsnah dargestellt. Eines Tages trifft sie auf Gabriel, einen Freund aus ihrer Kindheit, der sie durch ein Portal in die Welt von Eonvár entführt und ihr offenbart, dass sie über Magie verfügt. In dieser fremden Welt soll sie an einer Schule für Hexen lernen, diese Magie zu kontrollieren. Klingt ein bisschen nach Harry Potter, nicht wahr? Tatsächlich haben wir auch hier eine Zauberschule und viele fantastische Tierwesen, doch Kat Rupin ist es gelungen, mit diesen Elementen etwas vollkommen eigenes zu schaffen. Schnell hatte ich die ersten Kapitel verschlungen. Nachdem Elisa allerdings in Eonvár angekommen ist, plätschert die Geschichte leider vor sich hin. Ich musste mich zeitweise richtig durchkämpfen. Der Fokus liegt hier auf der Liebesgeschichte zwischen Elisa und Gabriel (kein Kinderbuch!), die jedoch nicht ganz mein Fall war. In der zweiten Hälfte wird es dann wieder spannender, denn Elisa muss eine folgenschwere Entscheidung zu treffen...

Wie der Titel des Buches uns bereits verrät, gerät Elisa zwischen beide Welten und führt fortan ein Doppelleben. Interessant fand ich, dass sie in der Menschenwelt an den Rollstuhl gefesselt ist, in Eonvár jedoch laufen kann. Außerdem führt uns die Autorin vor Augen, welche Konsequenzen das Verschwinden in eine Parallelwelt zur Folge hat. Es gibt viele solcher Geschichten, doch auf das Leben des Hauptcharakters scheint es meist keine größeren Auswirkungen mit sich zu bringen, wenn dieser Tage, Wochen oder sogar Monate von der Bildfläche verschwindet. In Elisas Fall bedeutet dies jedoch zahlreiche Probleme - den Vertrauensverlust ihrer besten Freundin, Abmahnungen und die drohende Kündigung ihres Jobs. Es war erfrischend und aufwühlend, dass diese Schattenseiten einmal näher beleuchtet werden. Doch auch in Eonvár selbst ziehen mit einem Mal dunkle Schatten auf...

Nicht alle Bewohner Eonvárs sind den Hexen und ihrer Magie gegenüber freundlich gesinnt und manch einer spielt ein falsches Spiel. Im Hintergrund zieht sich langsam ein Netz aus Intrigen zusammen und plötzlich kommt alles Schlag auf Schlag. Der Showdown ließ mich wie gebannt an den Seiten kleben und ich habe richtig mitgefiebert, gebangt, die Geschichte förmlich in mich aufgesogen. Mit einigen Wendungen hätte ich wirklich nicht gerechnet. Besonders interessant finde ich an diesem Buch, dass nicht alles schwarz oder weiß ist, jede Handlung Konsequenzen mit sich trägt und man sich bis zum Schluss nicht sicher ist, auf welcher Seite nun die Guten und auf welcher die Bösen stehen. Das Ende ist sehr mitreißend und absolut rund - einfach der perfekte Abschluss einer faszinierenden Reise! Hier wäre zwar noch Luft für eine Fortsetzung, allerdings ist das Buch so in sich abgeschlossen, dass es auch gut als Einzelband stehen kann.


Mit den Charakteren hatte ich teilweise meine Probleme, aber in diesem Fall ist es einfach Geschmackssache, denn eindimensional sind sie auf keinen Fall. Elisa ist eine toughe junge Frau, die sich nicht durch ihre Behinderung einschränken lässt. Sie ist nicht auf den Mund gefallen und versucht ihren Alltag stets selbstständig zu meistern, weshalb ich ihr gegenüber direkt großen Respekt verspürt habe. Elisas Verhalten und Beweggründe konnte ich immer gut nachvollziehen, denn generell wiegt sie die möglichen Konsequenzen ihrer Entscheidungen ab, bevor sie etwas tut. Ab und an handelt sie jedoch impulsiv und unüberlegt, was mir nicht gefallen hat. Ihr Kindheitsfreund/ Love Interest Gabriel war mir leider von Anfang an unsympathisch. Er ist ein sehr besitzergreifender Typ und geradezu abhängig von Elisa. Ständig bedrängt er sie, ihr Leben in der Menschenwelt - und damit ihre Familie, Freunde und ihr Studium - aufzugeben, um mit ihm gemeinsam in Eonvár zu leben. Mit Liebe oder einer gesunden Beziehung hatte das für mich nichts zu tun.

Die meisten Nebencharaktere würde ich eher als Statisten bezeichnen. Das Problem liegt einfach darin, dass es viel zu viele unterschiedliche Charaktere und Namen sind, die in ein einziges Buch gequetscht wurden. So ist der Auftritt einiger Figuren eher überflüssig, doch es gibt auch einige unter ihnen, die ihre eigene Geschichte zu erzählen haben. Besonders Elisas beste Freundin Lucy, die mit ihrer Frau und ihrem kleinen Sohn eine Art Familie für sie darstellt, hat eine traurige Vergangenheit, die für Elisas unabwendbare Entscheidung eine zentrale Rolle spielt. Die Direktorin Simone Baudin ist keine sonderlich sympathische, aber eine interessante Frau, da sie niemals durchblicken lässt, was ihre Motive sind. Sehr gerne mochte ich Gabriels Kumpel Matt, den ich mit seiner herrlich schroffen Art sofort in mein Herz geschlossen habe. Ich gebe zu, dass ich insgeheim gehofft habe, Elisa würde noch mit ihm zusammenkommen. Was soll ich sagen, für Gabriel hatte ich einfach nicht viel übrig. :D


Kat Rupins Schreibstil hat mir sehr gefallen, denn die Geschichte liest sich sehr flüssig und man merkt kein bisschen, dass es sich bei Eonvár um ihren ersten Roman handelt. Der Stil wirkt nämlich schon überraschend ausgereift. Besonders am Anfang und gegen Ende konnten mich ihre Worte vollkommen an die Geschichte fesseln und ich habe alles um mich herum vergessen. Als Leser wird man nicht mit Metaphern erschlagen, aber der Schreibstil ist auch nicht zu einfach gehalten - Kat Rupin hat hier einen guten Mittelweg gewählt. Die Dialoge wirken natürlich und nicht aufgesetzt, nur sind sie mir leider nicht allzu sehr im Gedächtnis geblieben. Neben Elisas Schlagfertigkeit hätte ich mir einfach noch mehr Emotionen gewünscht.


Ein Buch, das mich nicht sofort in seinen Bann ziehen konnte, aber zum Schluss immer mehr. Mir haben besonders der realitätsnahe Umgang mit Elisas Behinderung und der spannende Showdown gefallen, der es wirklich in sich hat! Weniger überzeugen konnten dafür die teils unsympathischen Charaktere sowie die Lovestory. Ohne Frage ist Eonvár ein wundervolles Debut, das zwar seine kleineren Schwächen und zu Beginn einige Längen aufweist, mich aber insgesamt sehr von sich überzeugen konnte. Der Spagat zwischen den beiden Welten - zwischen Realität und Fantasie - ist der Autorin auf alle Fälle gelungen. Ich würde definitiv weitere Bücher von Kat Rupin lesen und hoffe, dass es schon bald ein neues Abenteuer geben wird!







Ein Dankeschön für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars geht an:






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Die Reihe:




Derzeit arbeitet die Autorin an einer Fortsetzung.



Weitere Meinungen:





♥♥♥









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Kommentare:

  1. Hallo Lena,
    mir ging es beim Lesen ähnlich, zwischendurch hatte ich gar keine Lust, weiterzulesen. Einmal wegen dieser Pendelei, die Zerrissenheit fand ich so schrecklich. Und dann hat es mich nicht gepackt. Dafür steckte dann in den letzten ca. 40% so viel drin an Botschaften, Entscheidungen, Spannung.
    Ich hab deine sehr lesenswerte Rezension hier verlinkt.
    Grüße,
    Daniela, der Buchvogel

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    1. Hey Daniela,

      die Zerrissenheit fand ich ziemlich gut dargestellt, nur gepackt hatte es mich einfach nicht am Anfang. Es scheint uns aber trotzdem ziemlich ähnlich mit dem Buch zu gehen. :)

      Und vielen Dank, ich schaue auch gerne mal bei dir vorbei!

      Liebe Grüße
      Lena ♥

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  2. Hallo Lena,

    ich kann dir hier zu großen Teilen zustimmen, mir fiel zwar der Beginn nicht ganz so schwer, aber dafür hatte ich auch so meine Probleme mit den Charakteren.

    Ich habe deine Rezension gleihc mal bei mir verlinkt.

    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag!

    Silke

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    1. Hey Silke,

      mit den Charakteren hatten wohl so einige ihre Probleme... Danke für die Verlinkung, ich schaue auch gerne mal bei deiner Rezi vorbei! :)

      Liebe Grüße
      Lena ♥

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