Montag, 14. September 2015

No Name - Clara - Kurzgeschichte (Teil 4)



Hey ihr Süßen,

heute gibts von mir nur ein kurzes Kapitel :D Aber immerhin kommt mal wieder was ^^ Ich hoffe, der neue Teil gefällt euch :) Ich bin seid ein paar Tagen im Ausland und das mit dem Internet is so ne Sache, aber ich hoffe, dass ich jetzt trotzdem regelmäßiger Kapitel schreiben werde.

Küsschen, Clara ♡


Das sind übrigens Kapitel, die ich für dich, gutherzig wie ich bin, aus WhatsApp in meine Notizen kopiere, dann als E-Mail an mich selbst verschicke, um sie dann bei Blogger zu formatieren und die Fehler zu korrigieren ;)

- Gruß von Lena :*


Hier geht's zu Teil 1 der Geschichte: *klick*
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Viertens.

01:40 Uhr
Es ist keine einzige Wolke mehr am Himmel und die Sterne spiegeln sich im Visier ihres Helmes. Es riecht nach Frühling, frischer Erde, vergangenem Regen, wachsendem Gras. Er fährt auf die Autobahn und beschleunigt. Sie klammert sich fester um seinen Bauch. Sie hat ihren Kopf auf sein breites Kreuz gelegt und nach links gedreht. Sie beobachtet die Autos, die auf der Gegenfahrbahn vorbeiziehen. Fühlt sich mit jedem roten Rücklicht, das sie sieht, ein kleines Stückchen freier. Er merkt wie sich ihre Haltung langsam entspannt und sie nicht mehr ganz so verkrampft hinter ihm hockt. Er grinst. Der Fahrtwind drückt gegen seine Brust und er beschleunigt erneut. Sein Tacho zeigt 178, 186, 195, 199, 204. Er merkt wie das Adrenalin durch seine Adern strömt und auch er fühlt sich mit jedem neuen Scheinwerfer in seinen rechten Außenspiegeln ein kleines Stückchen freier.

Ich will für immer so bleiben. Wieso kann die Zeit nicht genau hier, mit diesem Gefühl, einfrieren und die ganzen Sorgen verschwinden für immer. Ich hätte doch den Motorradführerschein machen sollen, ich Idiot. Was ein tolles Gefühl. Hmm... aber wohin fahren wir eigentlich? Es sind jetzt bestimmt schon eineinhalb oder zwei Stunden. Aber langsam wird es mir eigentlich auch egal. Was soll schon passieren. Ich werde vergewaltigt oder umgebracht ... naja auch nicht so schlimm. Haha, das ist das einzig Gute, wenn man ganz unten am Boden ist: Noch tiefer geht nicht mehr. Aber was ist, wenn ich durch ihn wieder zu hoffen glaube oder diese neue Freiheit zu sehr genieße? Was wenn mir das hier wieder weggenommen wird? Wenn ich wieder enttäuscht werde? Was wenn diese heuchlerische Frau, die sich meine Mutter schimpft, mich holen kommt oder noch schlimmer, wenn er mich findet? Na ja, das wird wohl dann ein dumpfes Erwachen aus diesem viel zu schönen, viel zu surrealen Traum.

Sie fahren noch einige Zeit ohne Veränderung durch die sternenklare Nacht. Sie merkt nicht mal, dass sie über die Grenze fahren, dass die Autobahnschilder die Sprache wechseln oder dass mehr Nummernschilder eine andere Farbe haben. Er fährt von der Autobahn ab, doch auch das bemerkt sie nicht. Sie ist gefangen in ihren Gedanken, die Augen starr auf die verschwommen Lichter gerichtet. Er biegt einige Male ab und fährt dann auf einen Parkplatz. Wortlos steigen die beiden ab und er zieht ihr den Helm vom Kopf. Nachdem er auch seinen eigenen Helm abgenommen hat, sieht er, wie sie ihn mit ihren großen fragenden Augen anschaut. "Wo sind wir?" Ihre Stimme ist ausdruckslos, doch das stört ihn nicht. "Is ne Überraschung!", sagt er, nimmt ihre Hand und zieht sie einen kleinen Hügel hoch. Ein Rauschen wird lauter und sie bemerkt den sandigen Boden. Nachdem ihr eine frische Prise salziger Luft die Haare zerzaust, werden ihre Augen größer und fangen an zu leuchten. Oben am Hügel traut sie ihren Augen kaum. Sie schaut zu Aaron und dann wieder auf das endlose, schwarze, unruhige Meer. Er lacht, als er ihren Blick sieht. "Und?", fragt er. "Was und?" "Hat es sich gelohnt mit dem verrückten Fremden mitzugehen?" Sie schaut ihn übertrieben abwägend an. Langsam zieht sie ihre Schuhe und die Socken aus, wendet ihren Blick aber nicht ab. Um ihre Mundwinkel zeichnen sich ihre kleinen Lachfalten ab und die kleinen Grübchen in ihren Wangen kommen langsam zum Vorschein. Dann kann sie ihr Lachen nicht mehr zurückhalten, nimmt ihn an der Hand und zieht ihn in Richtung des Wassers.


- Ende -


Kommentare:

  1. Süßes Ende, vor allem die ersten zwei Sätze sind wudnerschön "lebendig", und die Auflösung ganz drollig und ohne künstliche Romantik. Ich persönlich hatte gefallen an den Dialogen, die Handlung müsste vielleicht etwas packender inszeniert werden und ein paar mehr beschreibungen wären schön, dennoch sieht man schon einiges Potenzial, großen Respekt das du die Geschichte auch konsequent durchgezogen hast ^^

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    1. Hey,
      erstmal freue ich mir sehr, dass du dir die Geschichte durchgelesen hast und so fleißig kommentiert hast. Vielen Dank für die Kritik, die werde ich mir zu Herzen nehmen.
      Ich schreibe manchmal etwas zu eintönig und lege zu viel wert auf unwichtige Kleinigkeiten, dass muss ich noch etwas in den griff kriegen, da hast du recht ^^

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