Mittwoch, 16. Mai 2018

[Manga Review] Mein erstes Mal 01 - Schmetterlinge im Bauch | Niloo





♥ Reihe: 1/2 (bisher 1 erschienen)
♥ Mangaka: Niloo / Story von Millus
♥ Verlag: Egmont Manga
♥ Preis: 7€ (TB), 5,99€ (eBook)
♥ Seiten: 166
♥ Erschienen: März 2018
♥ Genres: Romance, Drama, Slice of Life


Werbung durch Rezensionsexemplar
© Cover: Egmont



Mein erstes Mal ist das Debut der deutschen Mangaka Niloo, die schon seit Jahren als Zeichnerin und Illustratorin tätig ist und eine große Fangemeinde hat. Bisher habe ich schon sehr unterschiedliche Kritiken zu diesem Manga gelesen. Die einen lieben ihn, die anderen waren eher enttäuscht. Dementsprechend neugierig war ich, wie es mir wohl mit dem ersten Band ergehen würde.



Als Luke neu in die Klasse kommt, trifft Amors Pfeil Kiki mitten ins Herz. Was sie nicht ahnt: Ihr Kumpel Ben ist schon lange unsterblich in sie verliebt. Als Ben, Kiki und Luke auf eine Geburtstagsfeier eingeladen werden, kommt es zu einem tragischen Vorfall...

Text: Egmont

Die Aufmachung des Mangas ist richtig gelungen. Mich hat sofort das verträumte, mädchenhafte Cover angesprochen, das in zarten Pastelltönen gehalten ist. Zu sehen sind drei der Charaktere, wobei Kiki und Luke einen großen Teil des Bildes einnehmen und Ben die beiden aus dem Hintergrund beobachtet. Das Motiv gefällt mir wahnsinnig gut, lediglich die Augen wirken etwas leer. Oben und unten sowie auf dem Backcover finden sich vereinzelt bunte Schmetterlinge, die dem Gesamtbild einen verspielten Touch geben und einen Bezug zu den "Schmetterlingen im Bauch" herstellen. Den Titel Mein erstes Mal finde ich persönlich zwar nicht so toll gewählt, aber er wird mit seiner verschnörkelten Schrift sehr hübsch in Szene gesetzt. Das Cover ist matt gehalten, nur die Typografie und die Schmetterlinge werden mit glänzendem Spotlack hervorgehoben, was insgesamt sehr hochwertig aussieht. Als Extras enthält der Manga mehrere Farbseiten, ein traumhaftes Ausklappposter, Steckbriefe der wichtigsten Charaktere sowie ein Interview mit den Autoren Niloo und Millus. Der Erstauflage liegen außerdem zwei Match-Me-Karten zum Sammeln bei.


Da Mein erstes Mal in Deutschland spielt, unterscheidet sich die Atmosphäre sehr von der in einem japanischen Manga. Am Anfang hat es mich etwas irritiert, dass der Manga sogar in westlicher Leserichtung gelesen wird, aber das hat sich schnell gelegt. Leider hat mich der erste Band etwas zwiegespalten zurückgelassen, obwohl ich die Story an sich gerne mochte. Mein erstes Mal ist eine schöne Geschichte um die erste Liebe, Freundschaft, Eifersucht und das Erwachsenwerden, die aber ziemlich flach bleibt und viele Clichés bedient. Im Zentrum stehen die (Liebes-)Beziehungen einer Gruppe von Schülern, allen voran der 16-jährigen Kiki, die noch vollkommen unerfahren in Sachen Liebe ist. Doch dann verliebt sie sich auf den ersten Blick in Luke, den neuen Schüler in ihrer Klasse. Der Plot schreitet sehr schnell voran und dementsprechend plötzlich nähern sich auch die Charaktere an. Gleichzeitig wird man mit allerlei Teenagerproblemen konfrontiert, u.a. Minderwertigkeitskomplexe, die Entdeckung der eigenen Sexualität, Eifersucht und Verhütung/ Schwangerschaft. Leider werden all diese Themen eher im Schnelldurchlauf abgehandelt als dass sie wirklich die nötige Aufmerksamkeit bekommen. Der erste Band bietet einfach nicht genug Raum, um sein Augenmerk auf eine bestimmte Problematik zu legen, bevor sich bereits die nächste ergibt. Außerdem habe ich generell den Eindruck, dass viele Situationen übertrieben dramatisch dargestellt werden. In meinen Augen hätte der Story ein bisschen weniger Drama gutgetan.

Ein wenig merkwürdig kommt der im Manga thematisierte Aufklärungsunterricht daher. Sexualkunde wird bereits in der Grundschule gelehrt und im Laufe der Schulzeit gerne wieder aufgegriffen und vertieft. Kiki ist 16 Jahre alt, scheint allerdings, was das betrifft, vollkommen planlos zu sein. Aber auch ihre Mitschüler verhalten sich teilweise nicht ihrem Alter entsprechend, sondern eher wie alberne 13-Jährige. Stellenweise fehlte mir da der Realitätsbezug und überhaupt finde ich einige Szenarien im Manga fragwürdig. Mein erstes Mal würde ich im eigentlichen Sinne aber nicht als Aufklärungsmanga bezeichnen, denn die Themen Sexualität und erste Liebe spielen zwar eine große Rolle, dienen jedoch eher der Unterhaltung und sollen nicht belehren. Trotz aller Schwächen hat der Manga einen regelrechten Sog auf mich ausgeübt. Die Story ist sehr kurzweilig und es wird nie langweilig, vor allem aber kommen die Gefühle der Charaktere sehr schön zum Ausdruck. Niloos Debut liest sich also ganz nett, bietet aber noch Luft nach oben. Da es sich um ein Erstlingswerk handelt, sollte man wohl nicht den perfekten Plot erwarten. Die genannten Kritikpunkte sind einfach Dinge, die mir aufgefallen sind und mich teilweise etwas gestört haben. Abgesehen davon konnte mich der Manga sehr gut unterhalten und macht definitiv neugierig auf den nächsten Band.


Die Charaktere sind allesamt sehr unterschiedlich und sympathisch, wobei ich die Nebencharaktere sogar interessanter finde als Kiki. Als Protagonistin gefällt sie mir gut, denn sie ist süß und herzensgut, allerdings ist mir ihr Charakter auch etwas zu glatt und naiv geraten. Luke dagegen kann man bisher noch so gar nicht einschätzen. Ob er Kiki noch das Herz brechen wird? Leider konnte mich die Liebesbeziehung zwischen Kiki und Luke nicht wirklich überzeugen, da sie sehr schnell zusammenkommen, jedoch vorher kaum ein Wort miteinander gewechselt haben. Überhaupt kommt es kaum zu Dialogen zwischen den beiden, was ich etwas befremdlich finde. Das Cover des zweiten Bandes lässt allerdings schon darauf schließen, dass sich die Liebesgeschichte noch in eine andere Richtung entwickeln könnte...

Die (freundschaftlichen) Beziehungen und Schwärmereien der anderen Charaktere schienen mir beim Lesen viel greifbarer. Gerade das Zusammenspiel der besten Freunde Charles und Melly mag ich sehr, da sie irgendwie eine gute Dynamik haben und mit Kiki durch dick und dünn gehen. Gerne hätte ich noch mehr über sie erfahren, aber vielleicht kommt das ja noch im nächsten Band. Ben und Caro nehmen wohl die tragischen Rollen in der Geschichte ein, denn beide sind unglücklich verliebt und können einem wirklich leidtun. Besonders Caro mochte ich sehr, da sie von allen am reifsten und interessantesten rüberkommt. Sie weiß, was sie will, und ist nicht so verklemmt, wie man es von "typischen" Schülern aus einem japanischen Manga gewohnt ist. Sie gehen etwas offener mit dem Thema Sex um, was ich sehr erfrischend finde.


Auf ganzer Linie punkten kann der Manga mit seiner Optik, mit der er sich hinter den Publikationen aus Japan nicht zu verstecken braucht. Dass es sich um Niloos Debut als Mangaka handelt, sieht man kein bisschen, denn ihr Zeichenstil ist so wunderschön und außergewöhnlich. Besonders die farbigen Artworks sind mit ihren zarten Pastelltönen einfach ein Traum! In die vielen kleinen Details habe ich mich sofort verliebt. So sind auch die Charaktere alle sehr individuell gestaltet; gerade ihre Frisuren ähneln sich nicht so wie in manch anderem Manga. Besonders gefällt mir, dass es sogar Charaktere mit Sommersprossen im Gesicht gibt. Lediglich die Lippen und manchmal auch die Nasen sind für meinen Geschmack etwas zu glänzend geraten, denn es wirkt, als tragen alle durchgehend Lipgloss. Der Fokus liegt ganz klar auf den großen Augen, die im Manga selbst viel lebendiger wirken als auf dem Cover. Hübsch anzusehen und individuell sind sie auf jeden Fall. Auf die Wahl der Kleidung wurde sehr viel Wert gelegt, denn jeder hat seinen eigenen Style - von mädchenhaft über sportlich bis hin zum Hipsterstil ist alles dabei. Die vielen verschiedenen Formen und Muster passen perfekt zu Niloos verspielten, weichen Zeichnungen.


Eine nette Teenager-Romanze, verpackt in ein außergewöhnlich hübsches Artwork. Mein erstes Mal konnte mich vielleicht nicht auf ganzer Linie überzeugen, trotzdem aber gut unterhalten. Die Story und ihre Charaktere bleiben leider etwas flach, da viele Themen nur kurz angeschnitten werden, was wirklich schade ist. Der Manga bietet dennoch eine Menge Potenzial und macht einfach Lust auf mehr. Immerhin handelt es sich um das Debut der Mangaka - ein perfektes Werk kann man da natürlich nicht erwarten. Ich bin schon sehr gespannt auf den Abschlussband und Niloos zukünftige Veröffentlichungen!






Ein großes Dankeschön für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars geht an:




Die Reihe:


© Cover: Egmont Manga

Der zweite und somit letzte Band Von Bienen und Blumen wird im August diesen Jahres erscheinen.



Weitere Meinungen:





♥♥♥








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